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19.04.2013 Pressemitteilung

Hopfen und Malz, Gott erhalt's!

Tag des Deutschen Bieres – immer weniger heimische Braugerste

München (bbv) – Wasser, Hopfen und Gerste, das sind seit dem 16. Jahrhundert die einzigen Zutaten, die unser bayerisches Bier enthalten darf. In Deutschland steht deshalb der 23. April in jedem Jahr traditionell ganz im Zeichen des Bieres. Denn am 23. April 1516 wurde das deutsche Reinheitsgebot proklamiert. Seitdem gilt per Gesetz: In unser Bier gehört nur Wasser, Hopfen und Gerste – zugegeben, die Hefe wurde erst später erwähnt, als man in der Lage war, Hefe herzustellen.
Am 23. April ist Tag des Bieres.
© Cornelia Menichelli_pixelio.de
Dieses älteste Lebensmittelgesetz der Welt feiern die deutschen Brauer Jahr für Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen und Festen im ganzen Land. Die bayerischen Bauern bringt die Situation rund um die Braugerste – gerade 2013 – nicht so ganz in Feierlaune. Die Anbaufläche von Braugerste in Bayern geht nämlich seit Jahren zurück. Der Grund: im Vergleich zu Brot- und Futtergetreide, Energiepflanzen und anderen Kulturen hat die Braugerste ein deutlich höheres Anbau- und Qualitätsrisiko. Der nötige Preisaufschlag sei in den letzten Jahren zunehmend nicht gewährleistet gewesen – teilweise koste die Braugerste unwesentlich mehr als die Futtergerste, erklärt Hermann Greif, Vorsitzender des Landesfachausschusses für pflanzliche Erzeugung und Vermarktung im Bayerischen Bauernverband. Die Risiken trägt der Braugerstenanbauer heute ganz alleine. Wir brauchen – neben kostendeckenden Preisen – eine Aufteilung dieser Anbau- und Wetterrisiken – welche die Qualitäten der Braugerste so maßgeblich beeinflussen, so Greif weiter.
 
Positiv ist aber, dass sich immer mehr kleine und mittelständische Brauereien  für Vereinbarungen mit vernünftigen Preisgeboten mit den Landwirten vor Ort entscheiden, so Greif. Regionalität ist ein Megatrend unserer Zeit. Der Verbraucher will heute wissen, wo die Produkte und deren Rohstoffe herkommen. Ich hoffe, dass sich dieser Weg mit einer Versorgung von heimischer Braugerste auch bei Groß- und Konzern-Brauereien durchsetzt. Vereinzelte Beispiele zeigen, dass es auch hier funktioniert, so der BBV-Getreidepräsident.
„Wir bayerischen Landwirte wären stolz darauf, wenn der größte Teil der Braugeste in unserem Bier aus unserer Heimat kommt.“ 
 
Der Braugerstenanbau in Bayern war für viele Landwirte unattraktiv. Die Folge: der Anbau der Basis für unser Traditionsgetränk ging stark zurück – auch in diesem Jahr auf ca. 110.000 Hektar. Nicht nur in Bayern ist der Trend rückläufig. In Deutschland wird in diesem Jahr mit einer Anbaufläche von 390.000 Hektar gerechnet. Im vergangenen Jahr waren es 590.000 Hektar im Durchschnitt der letzten sieben Jahre 480.000 Hektar. Ein Vergleich mit der Anbaufläche für Sommergerste in Frankreich für dieses Jahr zeigt auch ein Minus von 29,7  Prozent – insgesamt schätzt man die Fläche auf 484.000 Hektar. Das unterstreicht, dass sogar EU-weit der Braugerstenanbau preisbedingt ebenfalls deutlich zurückgeht.
 
Und gerade in diesem Jahr könnte es noch weniger Braugerste geben, weil sich durch den langen Winter der Aussaat-Termin verzögert hat. Am Markt ist das schon zu spüren: Die  Nachfrage nach Braugerste hat sich in letzter Zeit belebt. Das heißt: Auch gute Braugerste, die noch aus 2012 eingelagert ist, hat dadurch vielleicht noch Chancen auf deutlich höhere Preise. Die noch verfügbaren Restmengen der Ernte 2012 dürften bei einer späteren Ernte denkbar knapp werden, denn eine nicht unbeträchtliche Menge an Braugerste landete bereits im Futtertrog. Der Preisabstand zu Futtergerste hat zuletzt auf  rund 25 Euro pro Tonne zugelegt.
 
Für Deutschland hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) vor kurzem eine erste Flächen- und Ernteschätzung herausgegeben. Danach soll die Anbaufläche für Sommergerste gegenüber dem Vorjahr um 34,2 Prozent auf 386.500 Hektar sinken. Das war abzusehen, da ja im Vorjahr vor allem der Sommergerstenanbau von der ungewöhnlich hohen Auswinterung der Wintergetreide profitiert hatte.
 
Da sich wohl die Spitzenerträge des Vorjahres nicht wiederholen, könnte die Erntemenge mit zwei Millionen Tonnen um 38 Prozent geringer ausfallen.  Die jetzige Ernteschätzung liegt auf Höhe des Ergebnisses von 2011. Damals wurden zwei Millionen Tonnen Sommergerste von 420.00 Hektar Anbaufläche geerntet. (Quelle: AMI)

Der Braugerstenanbau in Bayern war für viele Landwirte unattraktiv. Die Anbaufläche für eine Hauptzutat des Traditionsgetränkes ging stark zurück – 2013 auf rund 110.000 Hektar.
© BBV


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