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09.01.2015 Pressemitteilung

Bauernpräsident: „Auf den Höfen lastet enormer Druck!“

Um Weiterentwicklungen wie die „Initiative Tierwohl “ voranzutreiben, ist Rückhalt nötig

München (bbv) – Zum Jahreswechsel ist der Startschuss zur „Initiative Tierwohl“ gefallen. Seit 1. Januar finanziert der Lebensmitteleinzelhandel aus dem Verkauf von Schweine- und Geflügelfleisch sowie Fleischwaren die bundesweit angelegte Initiative, um Bauern zu unterstützen, die freiwillig zusätzliche Maßnahmen in ihren Ställen umsetzen.
Landwirt Johannes Scharl (m.) mit Stellvertretendem Generalsekretär Georg Wimmer und BBV-Präsident Walter Heidl beim Neujahrspressegesräch 2015.
© BBV
Am 13. Januar wird die Initiative auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin präsentiert. Viele Bauern wollen mitmachen und so ihre Tierhaltung weiter verbessern. „Wir nehmen die Diskussion zur Tierhaltung und die Anliegen der Gesellschaft nicht nur ernst, sondern packen mit der Initiative Tierwohl gemeinsam mit Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel an“, sagte Bauernpräsident Walter Heidl heute beim Neujahrspressegespräch des Bayerischen Bauernverbandes. „Gleichzeitig engagieren sich Landwirte in ganz Bayern für den Umwelt- und Gewässerschutz und den Erhalt der wertvollen Kulturlandschaft. Doch sinkende Preise, immer neue Regeln und vor allem der fehlende Rückhalt bei Politik und Verbrauchern untergraben unser Engagement.“

Eine Entwicklung, die auch Landwirt Johannes Scharl zu schaffen macht: „Wir Bauern stellen uns den gesellschaftlichen Erwartungen und den Anliegen der Verbraucher. Wir können auch mit veränderter Witterung oder schwankenden Preisen umgehen – aber die emotional und oft unsachlich geführte Debatte über moderne Landwirtschaft trifft mich und viele Berufskollegen ins Mark“, sagte der 36-jährige Schweinehalter. „Seit Generationen arbeiten wir in und mit der Natur und sorgen uns tagtäglich um unsere Tiere. Schließlich wollen wir unsere Höfe nachhaltig bewirtschaften, damit sie auch für kommende Generationen eine Lebensgrundlage sind.“ Auch Scharl will künftig an der „Initiative Tierwohl“ teilnehmen.

Bei der Arbeit auf dem „Häringhof“ bei Eichstätt werden Johannes Scharl jedoch durch hohe Auflagen und immer neue Regulierungen viele Knüppel zwischen die Beine geworfen. Ein Beispiel: Schon seit mehr als zehn Jahren verwertet Scharl die Schweinegülle in einer kleinen Biogasanlage direkt auf dem Hof. So wird Strom produziert und die Abwärme dient als Heizenergie für den Schweinestall. „Durch solch clevere Konzepte können sinnvolle Kreisläufe auf dem Hof geschaffen und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Energiewende geleistet werden“, sagte Bauernpräsident Heidl. „Doch gerade kleinere Betriebe werden durch immer höhere Auflagen und Anforderungen, neue Regeln oder immense Kosten für Gutachten in die Ecke gedrängt. Auf den Höfen lastet enormer Druck, das geht an die Nerven!“ Große Herausforderungen sind im Moment zum Beispiel das Arzneimittelgesetz, die Düngeverordnung oder die Bundesanlagenverordnung. „Diese Politik ist das Gegenteil von Unterstützung für die bayerischen Bauernfamilien. Das passt ganz und gar nicht zu den Versprechen aus vielen Sonntagsreden“, sagte Heidl.

Gleichzeitig drückt der Handel gnadenlos die Preise und lockt Kunden mit Schleuderpreisen in die Läden. „Als Trittbrettfahrer nutzt der Lebensmitteleinzelhandel das russische Importverbot und seine Marktmacht knallhart aus“, kritisiert Heidl. Die Erzeugerpreise sind gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 Prozent gesunken. „Gesellschaft und Politik dürfen nicht zulassen, dass den Bauernfamilien durch die Übermacht von Edeka, Rewe, Aldi und Lidl die Luft zum Atmen genommen und aus Profitgier die regionale Lebensmittelerzeugung aufs Spiel gesetzt wird. Die Landwirtschaft braucht gesellschaftlichen und politischen Rückhalt – und nicht zuletzt kartellrechtliche Maßnahmen, um besser vor der Macht der Handelskonzerne geschützt zu sein.“
 

Die gesamten Unterlagen der Pressemappe stehen Ihnen unter Presse-Veranstaltungen zum kostenlosen Download zur Verfügung. 

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Neujahrs-Pressegespräch (09.01.2015)
  • Landwirt Johannes Scharl (m.) mit Stellvertretendem Generalsekretär Georg Wimmer und BBV-Präsident Walter Heidl beim Neujahrspressegesräch 2015.
  • DBV/Andreas Müller
  • DBV/Andreas Müller
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