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26.11.2012 Pressemitteilung

Starkes Agrarbudget festnageln!

Landesversammlung: Bauernverband stärkt Bundesministerin Aigner den Rücken

Herrsching (bbv) – Mit dem EU-Sondergipfel Ende vergangener Woche sind die Verhandlungen zur neuen europäischen Agrarpolitik in die entscheidende Phase gegangen. Für mehr als 100.000 bayerische Bauernfamilien steht viel auf dem Spiel. „Wir brauchen nun zügig eine Entscheidung über den künftigen EU-Agrarhaushalt“, sagte BBV-Präsident Walter Heidl bei der Landesversammlung in Herrsching und kritisierte die Vorschläge von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy scharf.
Ich hoffe Sie haben für all diese Baustellen die passenden Instrumente zur Hand“, sagte Heidl und übergab symbolisch eine Werkzeugkiste an die Ministerin.
© Bayerischer Bauernverband
Nach letzten Überlegungen könnten im EU-Agrarbudget 17 Milliarden Euro weniger zur Verfügung stehen, sodass bayerische Bauern deutlich höhere Kürzungen als bisher angenommen verkraften müssten. „Einerseits sollen die Anforderungen an unsere Landwirte weiter steigen, andererseits drohen jetzt aber empfindliche Kürzungen im Agrarbudget. Das ist ein Widerspruch in sich. Jetzt gilt es die richtige Balance zu finden und ein starkes EU-Budget festzunageln! Ich hoffe Sie haben für all diese Baustellen die passenden Instrumente zur Hand“, sagte Heidl und übergab symbolisch eine Werkzeugkiste an die Ministerin. Mit Blick auf die weiteren Finanzberatungen forderte er Bundesministerin Aigner auf, sich weiterhin für eine starke europäische Agrarpolitik einzusetzen und eisern zu verhandeln. „Bei Ihrer Arbeit unterstützen wir Sie gerne und nach Kräften.“
 
Doch die Zeit drängt: „Schon in gut einem Jahr soll die neue EU-Agrarpolitik auf den Bauernhöfen umgesetzt werden“, so Heidl. „Die bäuerlichen Betriebe brauchen jetzt endlich Gewissheit und Planungssicherheit.“ Erst wenn der finanzielle Rahmen der neuen EU-Agrarpolitik feststeht, ist das EU-Parlament bereit, sich über die Inhalte zu verständigen. Gerade beim Greening sieht Heidl noch dringenden Korrekturbedarf: „Die Leistungen, die bayerische Bauernfamilien bereits erbringen, müssen berücksichtigt werden.“ So müssten Ausnahmen auch für Betriebe mit klein strukturierten Flächen oder Gebiete mit vielfältiger Landschaftsstruktur gelten. „Die durchschnittliche Feldstücksgröße in Bayern liegt bei etwa 1,8 Hektar. Ein Betrieb mit 100 Hektar und 60 Flurstücken leistet mehr für die Biodiversitär in der Kulturlandschaft als ein Betrieb mit fünf Feldern à 20 Hektar. EU-Agrarkommissar Cioloş muss diese Leistungen unserer Bauernfamilien anerkennen“, so das Plädoyer des Bauernpräsidenten.
 
Als weiteres politisches Schwerpunktthema des Verbandes ging Bauernpräsident Heidl auf nationale Gesetzgebungsvorhaben ein, die den Strukturwandel in der bayerischen Landwirtschaft deutlich verschärfen könnten: „In Sachen Tierschutz erwarten die Bauern von der Politik keinen Opportunismus, sondern eine sachliche, auf wissenschaftliche Erkenntnisse gestützte Befassung.“ Praxisgerechte Tierhaltungsformen müssten erhalten bleiben. „Dies gilt für die Haltung von Schweinen genauso wie für die Enthornung von Rindern.“, die angesichts von 200 Personenunfällen pro Jahr durch behornte Tiere weiterhin möglich bleiben müsse. „Eine züchterische Lösung ist zwar Ziel, aber bis dahin wird es noch einige Jahre dauern“, erklärte der Bauernpräsident.
 
In einem kurzen Rückblick auf sein erstes halbes Jahr als Präsident des Bayerischen Bauernverbandes schilderte Heidl seine Eindrücke aus vielen Kontakten mit Bäuerinnen und Bauern in ganz Bayern. Die Grundstimmung in der Landwirtschaft habe er als insgesamt zuversichtlich wahrgenommen. Allein die gestiegenen Erzeugerpreise in einigen Produktbereichen seien aber keine Erklärung für diesen Optimismus, zumal die Kosten etwa für Dünger, Saatgut und Energie deutlich angestiegen seien. „Vielmehr habe ich den Eindruck, dass die Bauern mit einem gesunden Stolz auf ihre tägliche Arbeit blicken,, weil sie gebraucht werden“, sagte Heidl. Zunehmend entwickle sich nämlich in der Gesellschaft das Bewusstsein, dass die Bauernfamilien helfen, die drängenden Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Das gelte für die Ernährungssicherung, die Energiewende und den Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft Bayerns. „Die Bauern waren schon immer wichtig – aber zunehmend werden sie dafür auch wertgeschätzt“, brachte es Heidl auf den Punkt.
 
Diese Entwicklung sei gleichzeitig ein Auftrag, noch aktiver den Kontakt mit den Verbrauchern und Medien zu suchen. Da vielen Bürgern der persönliche Bezug zur täglichen Arbeit auf den Feldern und Höfen inzwischen fehle, gelte es, die Landwirtschaft für sie erlebbar zu machen. „Lassen Sie uns mit Sachlichkeit überzeugen: Gerade die moderne Land- und Forstwirtschaft ist effizient und nachhaltig“, appellierte BBV-Präsident Heidl an die Bäuerinnen und Bauern: „Sie selbst sind die besten Botschafter unseres Berufsstandes!“

Die Bilder von der Landesversammlung zum Download finden Sie hier in druckfähiger Qualität.
 
Die vollständige Pressemappe zur Landesversammlung 2012 finden Sie hier.
 

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