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20.07.2012 Pressemitteilung

Bauern hoffen auf Badewetter

Damit die Ernte nicht ins Wasser fällt, brauchen Landwirte sommerliche Temperaturen

München (bbv) – Der weiß-blaue Himmel über Bayern steht im Moment unter permanenter Beobachtung – von den bayerischen Landwirten. Jedes Detail in den Wettervorhersagen, jede Entwicklung ist momentan sehr wichtig für sie. Denn: Es ist Erntezeit im Freistaat.
BBV-Präsident Walter Heidl nutzte die Erntepressefahrt, um zusammen mit Staatsminister Helmut Brunner und BBV-Getreidepräsident Hermann Greif auf den wachsenden Landfraß in der Bundesrepublik hinzuweisen: „Jede Sekunde gehen in Deutschland 10 qm wertvolle Agrarland verloren – eine Fläche, die ausreicht um 150 Semmeln herzustellen!“
© BBV
Nach den starken Frösten im Februar, die in Franken und den bayerischen Mittelgebirgslagen mehr 100.000 Hektar Wintergetreide erfrieren ließen, und den trockenen Wochen im sonst so grünen Mai, hoffen die Landwirte nun darauf, dass Petrus Ende Juli und August besonders gute Laune hat. „Was wir jetzt brauchen, ist Badewetter“, sagte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Walter Heidl anlässlich der gemeinsamen Erntepressefahrt des BBV und des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Nur wenn sich trockenes und warmes Sommerwetter einstellt, könnten das Getreide und der Raps ohne Qualitätsverluste und hohe Trocknungskosten geerntet werden. „Sollten sich die Wetterkapriolen fortsetzen, hätte das für unsere Getreidebauern fatale Folgen“, so Heidl. Das abreifende Getreide könnte auswachsen und müsste dann feucht geerntet und anschließend getrocknet werden. Das wäre bei den zuletzt stark gestiegenen Energiekosten eine erhebliche Zusatzbelastung. 

Die Wintergerste und der Raps sind zum Teil bereits reif für die Ernte. „Sommergerste, Roggen und Winterweizen brauchen aber je nach Region noch ein paar schöne Sonnentage“, erklärte BBV-Präsident Heidl. Die Haupternte könnte dann Ende Juli bis Anfang August in weiten Teilen Bayerns in vollem Gange sein. Wie gut die Ernte insgesamt ausfallen wird, ist allerdings noch offen. „Nach den ersten Meldungen haben wir schon allein bei der Wintergerste enorme regionale Unterschiede“ so der Bauernpräsident. „Die Spannweite reicht laut der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) von 35 bis 105 Dezitonnen pro Hektar.

“Gut für die Ernte waren die Niederschläge und die relativ kühlen Temperaturen im Juni und Juli: Sie sorgten für eine gute Kornfüllung. Wegen der Frostschäden anfang des Jahres und der daraus resultierenden größeren Anbauflächen von Sommergetreide rechnet der BBV mit einer Getreideernte von 6,4 Millionen bis 6,6 Millionen Tonnen. Dieses Ergebnis läge leicht über der Vorjahresmenge und etwas unter dem langjährigen Mittel, berichtete Heidl. Konkrete Zahlen würde es aber erst Mitte bis Ende August geben, „denn die Ernte wird erst gewogen, wenn sie in der Scheune ist.“

Doch die Menge ist nicht alles. „Ob es eine wirklich zufriedenstellende Getreideernte wird, hängt auch von der Qualität ab“, erklärte Hermann Greif, der neue Getreidepräsident im BBV. „Nur wenn das Wetter mitspielt, kann Brotweizen oder Braugerste die Qualitäten erfüllen, welche man zum Backen oder Bierbrauen braucht.“ Greif, selbst Ackerbauer aus Oberfranken, rechnet damit, dass sich wie im vergangenen Jahr ein Süd-Nord-Gefälle bei den Erträgen zeigen wird. Die Auswinterungsschäden in Nordbayern haben Spuren hinterlassen. Etwa 350 bis 500 Euro Schaden entstanden den Landwirten pro Hektar in der Region. Doch auch die verbliebenen Wintergetreidebestände seien deutlich dünner. „Es stehen weniger ährentragende Halme auf dem Feld“, so Greif „Doch ich rechne damit, dass wir auch in Nordbayern noch weitgehend passable Erträge erzielen können.“

Preisentwicklung

Anders als im Vorjahr, als die Preise mit Beginn der Getreideernte deutlich sanken, erwartet der BBV für diese Ernte eine stabile Preisentwicklung. „Die Preise sind im Moment etwas höher als vor der Ernte 2011“, so Greif. Mit Blick auf die Preise an der europäischen Leitbörse in Paris meint er: „Bei den Erzeugerpreisen für bayerisches Getreide ist noch Luft nach oben.“ Weltweit geringe Ernteerwartungen hatten zuletzt für gestiegene Preise auf dem global vernetzten Agrarmarkt gesorgt. Doch auch die erfreulichen Preisentwicklungen bedeuten nicht unbedingt höhere Gewinne für die bayerischen Landwirte. „Saatgut, Dünge- und Pflanzenschutzmittel sind auch in diesem Jahr wieder deutlich teurer geworden“, so Greif. Steigerungen von bis zu elf Prozent bei Düngemitteln, Diesel und Pflanzenschutzmitteln lassen die Kosten in den Betrieben steigen.

Flächenschutz für Brötchengeber
Derzeit ist die bayerische Landwirtschaft bundesweit der größte Getreideproduzent – der    Brötchengeber Deutschlands. Mit seiner Kampagne „Landwirtschaft – von heute für morgen“ zeigt der Bayerische Bauernverband, wie nachhaltige Getreideerzeugung heute funktioniert. „Auf unserer Internetseite www.landwirtschaft-fuer-morgen.de finden Verbraucher neben nützlichen Informationen auch Videoclips zu den verschiedenen Erzeugnissen unserer bayerischen Land- und Forstwirtschaft“, so Heidl. „Wir wollen mit dieser Aktion den Verbrauchern Wissenswertes zur Landwirtschaft in Bayern mitteilen und damit den Dialog fördern,“ so Heidl weiter. Doch die Basis für den bayerischen Getreideanbau ist gefährdet: Flächenverbrauch heißt das Stichwort. Deswegen machten BBV-Präsident Heidl und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner im Rahmen der Erntepressefahrt auch auf den enormen Landfraß aufmerksam. Pro Sekunde gehen in Deutschland zehn Quadratmeter landwirtschaftliche Nutzfläche verloren. Das ist eine Fläche, auf der Brotgetreide für 150 Semmeln wächst. „Fläche ist nicht vermehrbar“, so Heidl. „Deshalb brauchen wir einen sorgsamen Umgang damit.“ Im Zeitalter steigender Nachfrage an Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen fordert Heidl ein Umdenken in Gesellschaft und vor allem der Politik. „Ausgleichsflächen auf produktiven Nutzflächen oder eine Zwangsstilllegung, wie sie die EU-Kommission vorgeschlagen hat, sind angesichts der nationalen und globalen Herausforderungen nicht zeitgemäß“, so Heidls Fazit.

Das Foto finden Sie hier zum kostenlosen Download.

Die vollständige Pressemappe zur Erntepressefahrt 2012 finden Sie hier.
 

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