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20.08.2012 Pressemitteilung

„Diskussion um E10-Verbot ist scheinheilig“

BBV-Präsident Heidl für sachliche Auseinandersetzung rund um Biokraftstoff

München (bbv) – Die Dürre in weiten Teilen der USA und der Schwarzmeerregion hat Kritiker von Bio-Kraftstoffen auf den Plan gerufen. Einzelne Politiker und Organisationen fordern vor der Kulisse steigender Getreidepreise einen Stopp für den Bio-Kraftstoff E10. Der Bauernverband kritisiert diese Forderung als Populismus und sachlich falsch. „Die heimische Ethanolgewinnung ist mehr als nur die Erzeugung von Kraftstoff aus Erneuerbaren Energieträgern“, betont Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes. Auch die Koppelprodukte, wie Getreideschlempe oder Rapskuchen, sind sehr wichtige Eiweißfuttermittel. Die Nebenprodukte von einem Hektar Weizen oder Zuckerrüben entsprechen 1,3 Hektar Sojaanbaufläche. Allein in Deutschland ersetzen diese Koppelprodukte so zwei Millionen Tonnen Soja und machen oftmals kritisierte Importe überflüssig.
BBV-Präsident Heidl für sachliche Auseinandersetzung rund um Biokraftstoff
© fotofuerst-Fotolia.com
Wenn Nichtregierungs-Organisationen wie Greenpeace oder BUND den Stopp der nachhaltigen Erzeugung von heimischen Biokraftstoffen fordern, sei das mehr als scheinheilig. „Gleichzeitig setzen sich die selben Leute in Brüssel dafür ein, dass die heimische Landwirtschaft im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik künftig sieben Prozent oder mehr ihrer Ackerflächen stilllegen soll“, so Heidl. „Das Stilllegen von fruchtbarem Ackerland passt nicht zu den Herausforderungen unserer Zeit.“ Heidl fordert einen deshalb einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Boden und setzt sich zum Beispiel für produktionsintegrierte Ausgleichsmaßnahmen ein.
 
Auch die Diskussion um steigende Getreidepreise relativiert Heidl. „Immer weiter sinkende Preise für Agrarprodukte waren über Jahrzehnte die Inflationsbremse Nummer eins“, so Heidl. Sein Vater habe 1982 für hundert Kilogramm Brotweizen gut 50 D-Mark bekommen. „Heute bekommen Landwirte 22 bis 24 Euro“, so Heidl. „Da frage ich mich, warum wir heute so heftig die Getreidepreise diskutieren.“ Die aktuellen Preissteigerungen seien darüber hinaus notwenig, weil zuletzt auch die Produktionsmittel wie Dünger, Pflanzenschutz oder Kraftstoff erheblich teurer geworden. Doch eine Preissteigerung beim Getreide hätte nur geringe Auswirkung für Verbraucher. „Selbst wenn der Getreidepreis um 50 Prozent steigt, würde das bei einer Semmel nur einen halben Cent Mehrkosten ausmachen“, so Heidl.
 
Der Hunger in Entwicklungsländern lasse sich durch ein Verbot des Kraftstoffes E10 nicht lösen, er entstehe durch komplexere Zusammenhänge. Oftmals sind unsichere politische Rahmenbedingungen und fehlende Bildung die Ursache. In Simbabwe – der einstigen Kornkammer Afrikas – ist die Getreideerzeugung infolge von Diktatur und Bürgerkrieg beispielsweise in den letzten 20 Jahren um 50 Prozent zurückgegangen. In Entwicklungsländern verrotten wegen unsachgemäßer Lagerung zudem über 150 Millionen Tonnen Getreide jährlich. „Deshalb muss ‚Hilfe zur Selbsthilfe’ im Zentrum moderner Entwicklungshilfe stehen“, so Heidl. Der Ruf nach einem Stopp für E10 helfe dagegen keinem Hungernden, sondern sei reiner Populismus. Es ist aus Heidls Sicht deshalb unerträglich wie mit dem wichtigen Thema der weltweiten Nahrungsmittelversorgung umgegangen wird. „Die Meldungen der letzten Tage offenbaren, dass dieses Thema von einzelnen Personen und Verbänden benutzt wird, um sich zu profilieren“, so Heidl. „Doch das Thema ist zu ernst und zu komplex, um damit Sommerlöcher zu stopfen!“
 

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