Termine und Seminare
Dienstag 23. Mai 2017
Dachau | Bergkirchen
Tierschutzgesetze und die Auswirkungen
Dieses Thema soll alle Rinder-, Schweine- und [weiter...]
Dienstag 23. Mai 2017
| Fischbach und Fulda
Lehrfahrt Fischbach i.d.Rhön und Fulda
 [weiter...]
Dienstag 23. Mai 2017
| Tettau
Sommerlehrfahrt Tettau
 [weiter...]
 [Alle Termine...]
Zur Homeseite
Pressedienst vom 18.05.2017

Mit Blinklicht und Sirene Kitze retten

Bayerischer Bauernverband ruft zu Vorsicht bei der Mahd auf

Die Frühjahrsmahd von Grünland und Energiepflanzen wie Grünroggen fällt mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen. Damit besteht die Gefahr, dass die in den Wiesen von ihren Müttern vor dem Fuchs und anderen Fressfeinden versteckten Kitze, aber auch Bodenbrüter, von den Mähwerken erfasst und getötet werden. Der Bayerische Bauernverband ruft deshalb die Landwirte auf, durch Vorsichtsmaßnahmen Wildtiere vor Mähunfällen zu retten.
Der Bayerische Bauernverband ruft die Landwirte auf, durch Vorsichtsmaßnahmen Wildtiere wie Rehkitze vor Mähunfällen zu retten.
© BBV
Was in der Natur vor Fressfeinden gut schützt, kann Wildtieren bei den Mäharbeiten zum tödlichen Verhängnis werden. Gerade bei Rehen ist in den ersten Wochen der natürliche Instinkt, einfach regungslos in Deckung liegen zu bleiben, stärker ausgeprägt als der Fluchtinstinkt. Die zur Verfügung stehenden Maßnahmen, Mähunfälle zu vermeiden, sind vielfältig und reichen vom Aufstellen von Scheuchen bis hin zur Hightech-Drohne mit Wärmebildkamera. „Effektive Wildrettung beginnt bereits vor der Mahd, in dem der Landwirt seinem Jagdpächter frühzeitig, das heißt am besten zwei Tage vorher Bescheid sagt, dass die Mahd ansteht. Dann kann gemeinsam besprochen werden, was zum Schutz der Jungtiere am besten gemacht wird“, sagt Johann Koch, Referent für Wald und Jagd beim Bayerischen Bauernverband.

Mit Scheuchen, Blinklicht und Warnton

Laut Bauernverband können Jäger und Landwirte aus einer Reihe von wirksamen Wildvergrämungs- und Verscheuchungsmaßnahmen auswählen. Durch die Veränderung der Umgebung soll die Rehgeiß dazu veranlasst werden, ihr vorher in der Wiese abgelegtes Kitz aus der Wiese zu holen und an einen sicheren Ort zu bringen.

So einfach wie wirksam sind optische und akustische Scheuchen oder eine Kombination beider Varianten. Im Wind raschelnde Plastiksäcke, die über Holzpfähle gestreift und auf der Wiese gleichmäßig verteilt aufgestellt werden, sind besonders einfach herzustellen. Die von Doris Völker-Wamser ins Leben gerufene Initiative „kids for kitz“ (http://action-for-kitz.de/) stellt von Kindern mit viel Spaß gebastelte Scheuchen den Landwirten und Jägern zur Verfügung.

Verstärkt werden kann die abschreckende Wirkung auf die Wildtiere, indem man diese Flatterscheuchen mit Geräten kombiniert, die in unregelmäßigen zeitlichen Abständen schrille Warntöne von sich geben und dabei ein helles Lichtsignal ausstrahlen. Neben Eigenbauten, zum Beispiel in Kombination mit einem kostengünstigen Brandmelder, gibt es im Handel eine Auswahl verschie dener Geräte. Manche Landwirte schwören auch auf den Einsatz von Musik aus wasserfesten batteriebetriebenen Duschradios.

Jäger und Landwirte können aus einer Reihe von wirksamen Wildvergrämungs- und Verscheuchungsmaßnahmen auswählen wie diese Beispeil zeigt.
© BBV
Aber Achtung: Diese optischen und akustischen Scheuchen sollen am besten nur ein bis zwei Tage vor der Mahd aufgestellt werden. Stehen die Geräte länger, gewöhnen sich die Wildtiere daran und die Wirkung lässt nach.

Mit Jagdhunden als Helfer
Das Abgehen der Wiesen mit Helfern und Jagdhunden ist ebenfalls eine bekannte wie bewährte Methode, um die Kitze aufzuspüren. Bei größeren Wiesenflächen sollte sich die Suche besonders auf die Randbereiche zu Wäldern oder Hecken konzentrieren, denn ein Großteil des Wildes bevorzugt erfahrungsgemäß diese Orte.

Wildtierschonende Erntemethode
Durch ein Mähen von innen nach außen werden mobile Wildtiere und Bodenbrüter frühzeitig von der sich nähernden Gefahr gewarnt und können sich in Sicherheit bringen. Diese tierschonenden Befahrmuster und eine zusätzliche Begrenzung der Schnitthöhe auf 10 bis 15 Zentimeter ist eine weitere Möglichkeit, während der kritischen Aufzuchtzeit Tierverluste zu vermeiden.

Appell an die Landwirte: Machen Sie mit!
Landwirte haben ein großes Eigeninteresse, dass beim Mähen keine Wildtiere zu Schaden kommen. Neben Gründen des Tierschutzes ist es vor allem eine starke psychische Belastung für den Landwirt. Zudem geht es um die Futterqualität und die Gesundheit seiner Kühe, erklärt der Bauernverband. Auch wenn durch diese Präventionsmaßnahmen Unfälle bei der Frühjahrsmahd mit Wildtieren nicht vollständig zu vermeiden sind, so können sie doch minimiert werden. Mitmachen lohnt in jedem Fall!

Thematisch ähnliche Artikel:
Diesen Artikel empfehlen:
Seite drucken Nach oben
Zur Homeseite
BBV vor Ort
Unterfranken Oberfranken Mittelfranken Oberpfalz Schwaben Oberbayern Niederbayern