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Pressedienst vom 08.03.2018

Frühjahrsputz im Kleiderschrank

Landfrauen geben Tipps

München (bbv) – Das Ausmisten und Aussortieren von Kleidung gehört genauso zum Frühjahrsputz wie das Putzen. Tipps für den effektiven Frühjahrsputz im Kleiderschrank geben die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband.
So macht Waschen Freude - wenn Sie beim Waschen auf die richtigen Waschbedingungen achten, schonen Sie Ihre Kleidung.
© BBV
Es ist sinnvoll, im Frühjahr die Winterkleidung wegzusortieren. Die Saisonware wandert entweder in den Keller, auf den Dachboden oder in den Schrank ganz nach hinten. Am besten beginnt man damit, den Kleiderschrank komplett leerzuräumen und dabei die Kleidung auf drei Stapel zu sortieren: Kleidung, die behalten wird, Kleidung, die zwar nicht passt, aber von der man sich aktuell noch nicht trennen möchte, und Kleidungsstücke, die weg kommen. Der leere Schrank kann nun ausgesaugt und feucht ausgewischt werden, vielleicht mit wenigen Tropfen Lavendelöl oder -wasser im Putzeimer. Danach unbedingt gut nachtrocknen.

Nachhaltig Waschen
Bevor die Winterware weggeräumt wird, sollte sie auf Schäden und Sauberkeit überprüft und gegebenenfalls gewaschen werden.
Beim Wäschewaschen ist der richtige Einsatz der „5W“ ausschlaggebend:
•    Wasser,
•    Wassertemperatur,
•    Waschmittel,
•    Waschmechanik und
•    Waschdauer.
Die richtigen Waschbedingungen schonen die Kleidung.    
Zu beachten sind unbedingt die Waschhinweise im Etikett. Die richtige Vorbereitung der Kleidung schont die Ware und die Waschmaschine: bedruckte Textilien auf links wenden, Reißverschlüsse schließen und kleine Wäschestücke in einen Waschbeutel geben. Anschließend die Wäsche nach weiß, bunt und fein sortieren und getrennt waschen.
 
Welches und wie viel Waschmittel?
Bis in die 1990er Jahre gab es nur voluminöse Waschmittelpulver, die häufig in großen Paketen angeboten wurden. Zusätzlich zu den waschaktiven Inhaltsstoffen waren in diesen traditionellen Waschmitteln auch sehr viele Gerüst- und Hilfsstoffe enthalten. Dann wurden sogenannte kompakte und superkompakte Waschmittel entwickelt, bei denen diese Stoffe größtenteils wegfielen. In Folge dessen wurde die Dosierung sehr viel niedriger und damit auch der Eintrag von chemischen Substanzen in das Abwasser.
 
Auch weniger Platz- und Energie-aufwand beim Transport und weniger Verpackungsmaterial sind Vorteile der Kompakten. Heute sind alle Waschmittelpulver mindestens Kompaktwaschmittel. Für den Kostenvergleich der unterschiedlichen Produkte sollte immer auf die Dosierung der Waschmittel in Gramm oder in Millilitern bzw. die Anzahl der Wäschen, die pro Packung möglich sind, geachtet werden. Je niedriger die notwendige Dosierung eines Waschmittels pro Waschmaschinenfüllung bei gleichem Härte- und  Verschmutzungsgrad der Wäsche ist, desto konzentrierter ist das Waschmittel. Da die Waschmittel unterschiedlich konzentriert sind, müssen sie auch unterschiedlich dosiert werden. Es sollte immer die Dosierempfehlung auf der jeweiligen Packung beachtet werden. Bei Waschmitteltabs entfällt das Dosieren. Hierbei kann man aber weder die Wasserhärte noch den Verschmutzungsgrad noch die Beladung der Waschmaschine berücksichtigen, so dass oftmals zu viel Waschpulver verwendet wird.
 
Empfindliche Fasern
Kleidung aus empfindlichen Fasern wie Wolle erfordert ein spezielles Wollwaschmittel, das keine Enzyme enthält. Der Einsatz eines Universal- oder Vollwaschmittels kann Wolltextilien dauerhaft schädigen, weil sie Enzyme enthalten, um Eiweiß, Fett oder Stärke aufzuspalten. Da Wolle aus Eiweißketten besteht, wird sie durch diese Enzyme geschädigt.  Wolle kann auch durch zu hohe Waschtemperaturen und durch robuste Behandlung (Reiben, Bürsten, Wringen) geschädigt werden. Sie sollte deshalb mit speziellen Waschprogrammen gewaschen werden und nicht lange in der Waschmaschine liegen bleiben.

Weichspüler
Weichspüler haben den Vorteil, dass sie die Fasern schonen, sich die Wäsche leichter bügeln lässt und die Reibung auf der Haut verringert wird, was viele Menschen als angenehm empfinden. Ein großer Nachteil sind aber die Umweltauswirkungen durch Weichspüler.
Deshalb wird Essig oftmals als ein Ersatz für Weichspüler empfohlen. Die Maschinenhersteller raten aber von der Verwendung von Essig in Waschmaschinen ab, da z.B. Gummiteile angegriffen werden können. Man kann Essig aber der Handwäsche bei Textilien aus Wolle oder Seide zusetzen, um eine Farbauffrischung zu erzielen. Er kann unter Umständen die Weichheit von Textilien verbessern, indem er Kalkrückstände von den Fasern entfernt, die aus dem Waschprozess stammen können, wenn z.B. zu wenig Waschmittel dosiert  wurde. Manche Fasern, z.B. viele synthetische, können im Gegensatz zu Wolle und Seide aber durch Säuren angegriffen werden.

Fleckenbehandlung
Flecken können unmittelbar vor dem Waschen behandelt werden. Sind sie hartnäckig, kann man einzelne Stücke in einem Eimer über längere Zeit einweichen oder man schaltet die Maschine nach Einspülen des Wassers und des Waschmittels für einige Zeit aus, um eine Einwirkzeit zu erhalten. Bei hartnäckigen Flecken kann man die Kleidung auch einmal über Nacht in der Maschine einweichen. Zur Fleckenbehandlung eignet sich Waschsoda, ein Pulver, das aufgelöst wird. Als starke Lauge ist es geeignet, Flecken aus weißen Textilien zu entfernen. Es sollte nicht bei Wolle und Seide angewendet werden.
Auch enzymhaltige Gallseife (aus Kernseife und Ochsengalle) löst viele Flecken, Verschmutzungen durch Öl, Blut, Milch, Obst, Ketchup, Gemüse und Kinderfertignahrung kann man durch Gallseife loswerden. Sie kann gut zu fettverschmutzter Wäsche mit in die Waschmaschine gegeben werden. Als Seifenstück ist sie kostengünstig, hält ewig und rückt sogar Grasflecken zu Leibe. Gallseife in flüssiger Form hat oftmals ein kleines Bürstchen in der Verschlusskappe, mit dem der Fleck vorgebürstet werden kann. Dies eignet sich besonders zur Behandlung von Hemd- und Blusenkragen. Wichtig ist hier die Einwirkzeit. Manche Flecken, wie z.B. von Karotten, verschwinden ganz von selbst durch Trocknen auf der Leine und der damit verbundenen Sonneneinwirkung.

Energie sparen
Das Absenken der Waschtemperatur spart am meisten Energie. Deshalb heben Waschprogramme mit niedrigen Temperaturen durch eine längere Dauer die Waschleistung an. Für Weiß- und Buntwäsche sollten maximal 60° C ausgewählt werden, je nach Verschmutzung reichen auch 40°C oder sogar 30°C aus. Eine gezielte orbehandlung der Wäsche sowie die Wahl intensiverer Waschprogramme und leistungsstärkere Waschmittel steigern das Waschergebnis und reichen im Normalfall hygienisch aus. Ausnahmen sind wenn kranke Personen im Haushalt leben. Achten Sie auf jeden Fall immer darauf, dass die Maschine vollständig beladen ist, wenn Sie waschen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den Landfrauen im Bayerischen Bauernverband. Viele Bäuerinnen sind Hauswirtschafterinnen und kennen sich im Haushalt gut aus. Auf dem Portal www.qualitaet-vom-hof.de finden Sie Expertinnen, die wie Renate Ixmeier aus Scheinfeld auch Haushaltstrainings anbieten

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