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14.12.2017 Jagd

Landesjagdverband auf Irrwegen

Kritik an Saufängen verwundert sehr

Der Präsident des Landesjagdverbandes Bayern, Prof. Jürgen Vocke, hat den Einsatz von Saufängen zur Reduktion der vielerorts stark überhöhten Schwarzwildbestände verurteilt. Die Kritik auf die Forderungen der Landwirte nach Maßnahmen gegen den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest verwundert jedoch sehr…
Gerade mit Blick auf die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest ist eine verstärkte Jagd auf Schwarzwild unerlässlich - auch mit Saufängen.
© Budai Károly - Fotolia.com
 
Noch am 29. November hatte der Landesjagdverband Bayern BJV in einer Pressemitteilung die erfolgreiche Bekämpfung der Schweinepest in Tschechien gelobt. Zur tschechischen Strategie gehört der Einsatz von zahlreichen Saufängen.

Im August hat sich außerdem BJV-Vizepräsident Dr. Günter Baumer im Gespräch mit dem Bauernverband erklärt, dass nichts gegen den Einsatz von Saufängen spreche, wenn die Tierschutzaspekte berücksichtigt würden. Auch bei der Expertenanhörung des Landwirtschaftsministeriums im November 2014 erklärte BJV-Experte Anton Krinner, dass „die Vorteile des Saufangs bestechend sind“. Ergebnis der Anhörung ist das Maßnahmenpaket von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner zur Reduktion des Schwarzwildes. Aufbauend auf den Expertenaussagen werden darin auch Saufänge empfohlen.

Jetzt will BJV-Präsident Vocke davon nichts mehr wissen und verbreitet stattdessen ein realitätsfernes Bild von Saufängen. Offensichtlich nimmt er dabei billigend in Kauf, dass damit die gesamte Fallenjagd in der Öffentlichkeit in Frage gestellt wird. Denn dem Jagdverband wird es nicht gelingen, den Bürgern den Unterschied zwischen einer Lebendfalle für Füchse und Wildschweine zu erklären. Ein gefährliches Spiel!

Dass Saufänge tierschutzgerecht und erfolgreich eingesetzt werden können, zeigt der Nationalpark Bayerscher Wald seit vielen Jahren. Aber auch mehrere private Jäger beweisen, dass sie nicht nur die Jagd mit Fuchsfallen, sondern auch mit Saufängen beherrschen. In seiner Pressemitteilung behauptet der BJV zudem, dass der Bauernverband die „Pille“ für das Wildschwein fordere und bezieht sich dabei auf ein Schreiben des BBV Oberbayern an die Jagdgenossenschaften. Der BBV stellt klar, dass er zu keiner Zeit die „Pille“ für die Wildsau gefordert hat. Vielmehr weist der BBV Oberbayern in dem Schreiben darauf hin, dass der Einsatz der „Pille für die Sau“ als Bankrotterklärung unseres Jagdsystems anzusehen wäre.

Angesichts der dramatischen Folgen eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest für die Schweinehalter, den gesamten vor- und nachgelagerten Bereich sowie die Jäger appelliert der BBV an den Jagdverband, sich für eine schnelle Reduktion des Schwarzwildes einzusetzen anstatt diese Anstrengungen mit unsachlichen Parolen zu torpedieren. Landwirte und Jagdgenossenschaften sind gerne bereit, den Jägern dabei zu helfen.

Dr. Volker Böhning, Präsident des Landesjagdverbandes Mecklenburg Vorpommern, hat sich gegenüber seinen Jägern bereits zu Wort gemeldet: „Wer jetzt die verstärkte Jagd kritisiert, hat den Schuss nicht gehört.“ Ein Ausbruch der Schweinepest würde die Jagd über sechs oder sieben Jahre stark einschränken. Der BJV jedoch schreibt in seiner Pressemitteilung: „Die Angst ist unbegründet“. Diese Aussage ist aus Sicht der Landwirte an Verantwortungslosigkeit nicht zu übertreffen.

 

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