KREISVERBAND ROSENHEIM

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Rehkitz im Feld

Rettung von Rehkitzen

Kostenloser Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras
16.04.2020 |

Jedes Jahr sterben im Frühjahr unzählige Rehkitze, weil sie bei der Mahd im hohen Gras nicht gesehen werden.

Um das zu verhindern hat sich der Verein Wildtierhilfe Amerang e.V. gegründet und bietet Landwirten und Jägern in der Region mit dem Einsatz von Drohnen kostenlos Hilfe. „Trotz aller Bemühungen von Landwirten und Jägern ist es kaum möglich, die Rehkitze vor dem Mähen zu entdecken“, weiß Elke Stepen von der Wildtierhilfe Amerang e.V.. „Daher bieten wir an, die Wiesen mit einer Drohne mit Wärmebildkamera abzufliegen und damit die Rehkitze im hohen Gras ausfindig zu machen“, so Stepen.

Dieses Angebot ist kostenlos für Jäger und Bauern. Um rechtzeitig vor Ort zu sein und den Einsatz vorbereiten zu können, bittet der Verein um sofortige Mitteilung. Die Kontaktdaten und Vorgehensweise finden Sie auf dem beigefügten Informationen.

Geschäftsführer Josef Steingraber freut sich: "Es ist doch super das sich Freiwillige finden, die ihre Freizeit opfern, um uns zu unterstützen und kostenlos eine Rehkitzrettung via Drohne auf unseren Feldern anbieten. Bitte melden Sie sich jetzt schon und lassen kritische Flächen kartieren, damit es kurz vor der Mahd ganz schnell geht und vielen geholfen werden kann.“

Verpflichtend ist die Einhaltung der Maßnahmen zur Wildrettung (Wildtierknigge). Auch hier kommt ein Drohneneinsatz in Frage!

Informationen zur Rehkitzrettung für Landwirte und Jäger

Rehkitzrettung ist im Eigeninteresse der Landwirte

Landwirte haben grundsätzlich ein großes Eigeninteresse, dass bei der Frühjahrsmahd keine jungen Wildtiere zu Schaden kommen. Neben Gründen des Tierschutzes ist es vor allem eine starke psychische Belastung für den Landwirt.

Der Termin der Mahd fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen ihren Nachwuchs sicher wähnen. Doch „Ducken und Tarnen“ schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher. Wir empfehlen den Landwirten, den Mähtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzusprechen oder selbst erforderliche Maßnahmen für die Wildtierrettung durchzuführen. Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd. Wir empfehlen den Grünlandschnitt von innen nach außen zu mähen. So haben Feldhasen oder Fasane während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden, der Einsatz von Wildrettern oder die Vergrämung (Vertreibung) helfen, Wildtierverluste zu vermeiden.

Derartige Maßnahmen sind wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Vergrämung kann kostengünstig und sehr effektiv mit Knistertüten, Flatterbändern oder Kofferradios durchgeführt werden. Der Einsatz von elektronischen Wildscheuchen, die unterschiedlichste Töne wie z.B. Menschenstimmen, klassische Musik oder auch Motorengeräusche in verschiedenen Lautstärken aussenden, hat sich im Praxiseinsatz bewährt.

Einen 100 %-igen Schutz kann allerdings keine Methode der Welt leisten, weil das Jungtier theoretisch auch nach dem Absuchen in die Fläche zurückweichen kann.  

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