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13.09.2017 Bergbauern

Alpenraum durch EU-Agrarpolitik nachhaltig entwickeln

Bauernverband bei Konferenz zur Zukunft der Berglandwirtschaft im Alpenraum

Damit Höfe in Bergregionen nachhaltig wirtschaften können, sind politische und finanzielle Rahmenbedingungen ausschlaggebend. Gefragt ist vor allem die EU-Agrarpolitik. Darum geht es gerade auf einer Konferenz im österreichischen St. Johann...
Die Landwirschaft ist auch ein wichtiger Faktor für den Tourismus im Alpenraum. Damit Höfe in Bergregionen nachhaltig wirtschaften können, sind politische und finanzielle Rahmenbedingungen ausschlaggebend. Im Vorfeld zur Konferenz in St. Johann bei Kitzbühel haben Bauern aus Bayern, Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Südtirol bereits gemeinsam Eckpunkte zur künftigen GAP ausgearbeitet.
© Krings Maren

 
 
Die Alpen sind Natur- und Kulturlandschaft, Lebens- und Wirtschaftsraum für 13 Millionen Menschen. Seit 1991 regelt das internationale „Übereinkommen zum Schutz der Alpen“ – oder kurz: Alpenkonvention – die Zusammenarbeit der einzelnen Staaten, um die Bergregion zu schützen und nachhaltig zu entwickeln. Im Moment hat Österreich den Vorsitz, am 13. und 14. September 2017 findet in St. Johann die „Internationale Konferenz zur Zukunft der Berglandwirtschaft im Alpenraum“ statt.

„Unsere Heimat ist durch bäuerliche Betriebe geprägt“, sagt der bayerische Bauernprädient Walter Heidl. „Gerade die Bergbauern zeigen eindrucksvoll, wie eng Lebensqualität und Kulturlandschaft in Bayern und den anderen Alpenländern zusammenhängen.“ Doch das ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Damit die Bauernhöfe in Bayern nachhaltig bewirtschaftet werden können, sind aus Heidls Sicht die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen ausschlaggebend, vor allem die der EU-Agrarpolitik.

Bei der Konferenz werden deshalb von Seiten der Berglandwirtschaft konkrete Forderungen zur gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) ab 2020 erarbeitet. Teilnehmer aus dem gesamten Alpenraum – darunter auch der Bayerische Bauernverband – diskutieren über die Herausforderungen und Chancen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe im Alpenraum. Im Vorfeld haben Bauern aus Bayern, Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Südtirol bereits gemeinsam Eckpunkte zur künftigen GAP ausgearbeitet.
 
 

Grundstruktur der EU-Agrarpolitik muss beibehalten werden

Das sind die gemeinsamen Forderungen der Bauern aus Bayern, Südtirol, Salzburg, Tirol und Vorarlberg zur Ausrichtung der EU-Agrarpolitik und der Zukunft der Berglandwirtschaft:
 
  • Die EU-Agrarpolitik war und ist ein Motor der europäischen Integration und die Direktzahlungen sind ein wichtiger Stabilitätsfaktor für Bauernfamilien. Deshalb sollte im EU-Haushalt auch künftig mindestens genauso viel Geld für Agrarpolitik bereitstehen wie bisher
  • Die Grundstruktur der EU-Agrarpolitik bestehend aus erster und zweiter Säule hat sich bewährt und muss beibehalten werden
  • Die Direktzahlungen als Ausgleich für weltweit höchste Standards in der Land- und Forstwirtschaft sowie als stabilisierender Faktor und Sicherheitsnetz für die Bauernfamilien müssen beibehalten werden
  • Die Stärkung kleinerer Betriebe über den Zuschlag für die ersten Hektare sollte ausgebaut werden
  • Um Landwirtschaft dauerhaft dort zu erhalten, wo die Kulturlandschaft vor allem durch die Verwertung von Dauergrünland über die Tierhaltung geprägt ist, sollte eine gekoppelte Prämie für Raufutterfresser in Bergregionen und besonders benachteiligten Gebieten eingeführt werden
  • Zur Entlastung von bäuerlichen Familienbetrieben sind passende Toleranzgrenzen, Bagatellregelungen und Verwaltungsvereinfachungen vorzusehen
  • Bauern in den Berggebieten und benachteiligten Gebieten werden durch die Ausgleichszulage gefördert. Für den Erhalt der Landwirtschaft in diesen Gebieten, ist die Ausgleichszulage auch künftig notwendig
  • Die gezielte Förderung von Investitionen in landwirtschaftlichen Betrieben ist nötig, um den Fortbestand und die Weiterentwicklung bäuerlicher Familienbetriebe sicherzustellen
  • Agrarumweltprogramme, die einen finanziellen Anreiz für besonders naturnahes Wirtschaften geben, schaffen zusätzliche Perspektiven und müssen gestärkt und ausgebaut werden
  • Eine ausgewogene Flächenförderung für ökologisch wirtschaftende Betriebe ist die Grundlage, um Bio-Lebensmittel aus der Region anbieten zu können und sollte entsprechend fortgeführt und weiterentwickelt werden
  • Die De-Minimis-Grenze muss auf mindestens 30.000 Euro erhöht werden.

 
Das gemeinsame Positionspapier steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.
 

Ziele der Alpenkonvention

Die Alpenkonvention ist ein völkerrechtlich verbindliches Übereinkommen zwischen den Staaten. In der Rahmenkonvention verpflichten sich die Vertragsparteien durch eine sektorübergreifende, ganzheitliche Politik ein umweltverträgliches Wirtschaften im Alpenraum zu gewährleisten. Der langfristige Schutz der natürlichen Ökosysteme und die nachhaltige Entwicklung der wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der ansässigen Bevölkerung sind dabei die wichtigsten Ziele.

Eine neue Broschüre bietet einen Überblick über die unterschiedlichen Dokumente der Alpenkonvention zur Berglandwirtschaft. Die digitale Version können Sie hier downloaden.
 

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