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05.04.2018 Aus meiner Sicht

Landwirtschaftspolitik ohne Landwirte?

Kommentar von BBV-Generalsekretär Georg Wimmer

Wenn am kommenden Dienstag der Landesbund für Vogelschutz, der Bayerische Jagdverband und der Landesfischereiverband Bayern in Brüssel über die gemeinsame Landwirtschaftspolitik in der EU nach 2020 diskutieren, fehlen ausgerechnet die, um die es geht: die Landwirte.
Georg Wimmer, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes
© BBV
 
Auf die schriftliche Anregung von BBV-Umweltpräsident Stefan Köhler hin, bei dieser Veranstaltung in der bayerischen Vertretung nicht über die Bauern, sondern mit ihnen zu reden, gab es eine klare Absage. An einem sachorientierten Dialog mit den Betroffenen, dem Berufsstand, sind der Landesbund für Vogelschutz (LBV), der Bayerische Jagdverband (BJV) und der Landesfischereiverband Bayern (LFV) nicht interessiert. Stattdessen erklären die drei Organisationen, dass sie ein klares Signal in Sachen Biodiversität setzen wollen und bäuerliche Vertreter dabei fehl am Platz seien.

Dabei sind es doch die Bauernfamilien, die in Bayern die Kulturlandschaft erhalten und pflegen. Und es ist gerade die bäuerliche Landwirtschaft in Bayern, die existenziell auf die Stützkraft der ersten und zweiten Säule der Agrarförderung mit Ausgleichszulage und Umweltprogrammen angewiesen ist. Wenn die drei Verbände nun die Förderung für die bayerischen Bauern infrage stellen, ist das gleich in zweierlei Hinsicht unverständlich: Zum einen erweisen sie damit der Artenvielfalt einen Bärendienst und zum anderen sägen sie damit an dem Ast, auf dem sie selbst sitzen. Während viele andere Bundesländer nur rund 30 Prozent der Mittel der zweiten Säule für Umwelt-, Klimaschutz und Ökolandbau einsetzen, sind es in Bayern 75 Prozent.

Im Bundesvergleich nimmt Bayern durch seine Umsetzung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) in diesem Bereich die unangefochtene Spitzenposition ein. Gerade im Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) setzen Wildlebensraumberater gemeinsam mit den Bauern tolle Projekte für Wildtiere, Insekten, Bienen und Wildpflanzen um. Und doch haben LBV, BJV und LFV erklärt, dass all das nicht ihren Vorstellungen entspricht. Statt mit den Bauern über die künftige Ausrichtung der EU-Agrarpolitik zu diskutieren, haben die drei Verbände anscheinend selbst ein Auge auf das Geld aus Brüssel geworfen. Wollen hier etwa die Umweltverbände gemeinsam mit den Jägern wildern?

Wenn es um die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft, den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft und einen starken ländlichen Raum geht, bietet der Bauernverband allen Organisationen und Verbänden einen offenen Dialog an. Wir bringen uns auch für eine Weiterentwicklung der GAP ein, um Stärken auszubauen und Schwachstellen zu beseitigen. Denn als Bauernverband geht es uns zuvorderst um die Menschen auf den Bauernhöfen und deren Zukunft. Und damit auch um die wertvolle Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte durch Bauernhände geschaffen wurde und vielen Tieren und Pflanzen als Lebensraum dient.
 

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