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10.08.2017 Umwelt

Insekten in Deutschland: Situation ins rechte Licht setzen

Lokale Studie bestimmt fälschlicherweise bundesweite Schlagzeilen zu Biodiversität

Laut Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und zahlreichen Medienberichten ist in Deutschland ein beängstigendes Insektensterben im Gange. Doch die Schlagzeilen gehen lediglich auf einzige Untersuchung zurück, die von einem Insektenkundlerverein durchgeführt wurde.
Bei Insekten gibt es erhebliche Lücken bei der Datengrundlage, die dringend geschlossen werden müssen
© BBV
 
Dabei wurden in einem 100 Hektar großen Naturschutzgebiet in der Nähe von Krefeld an mehreren Standorten Fallen aufgestellt. Bei einem Vergleich der Ergebnisse aus dem Jahr 1989 mit Ergebnissen im Jahr 2013 wurde an zwei der Standorte ein Rückgang der Insekten um 70 beziehungsweise 80 Prozent festgestellt.

Nachdem die Deutsche Presseagentur (dpa) über diese Studie berichtet hatte, griffen viele Medien das Thema auf und verkürzten den Inhalt nochmals. Am Ende stand die Meldung: „Bis zu 80 Prozent weniger Insekten in Deutschland“. Auch Bundesumweltministerin Hendricks hat sich diese Schlagzeile einfach zueigen gemacht und gleichzeitig die Landwirtschaft für das „Insektensterben“ verantwortlich gemacht.
 
Dabei leisten die bayerischen Bauern über freiwillige Agrarumweltmaßnahmen (KULAP und VNP) Umwelt- und Naturschutzleistungen auf jedem dritten Hektar. Das bayerische Umweltministerium bestätigt im Bericht „Zustand der Natur in Bayern“, dass 700.000 Hektar an KULAP-Flächen ganz besonders zur Biodiversität beitragen.
 
Auch die Forscher selbst haben öffentlich klargestellt, dass die Zahlen keinesfalls repräsentativ sind und es weder gesicherte Erkenntnisse zur Situation in Deutschland, noch Langzeitstudien gibt. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung stellte Martin Sorg vom Krefelder Entomologischen Verein, deshalb selbst fest, dass die Diskussion „in einer Wolke der Unwissenheit“ stattfinde.

Geschätzt gibt es etwa 50.000 Arten von Insekten in Deutschland, viele Arten wurden noch gar nicht erfasst. Auch gibt es erhebliche Lücken bei der Datengrundlage, die dringend geschlossen werden müssen. Es fehlen flächendeckende Bestandszahlen, systematische Forschungsreihen oder ein Langzeitmonitoring. Aussagen wie „Früher waren mehr Insekten auf der Windschutzscheibe“ werden der Bedeutung und Tragweite des Themas nicht ansatzweise gerecht. Der Bauernverband sieht deshalb dringenden Forschungsbedarf und die Notwendigkeit verlässliche Daten zu diesem Thema bereitzustellen.

Nachdem der Deutsche Bauernverband und die Krefelder Insektenforscher selbst auf diese Hintergründe hingewiesen haben, wird das Thema nun etwas differenzierter dargestellt. Anfang der Woche wurden die Forschungsdefizite in einem umfangreichen Beitrag der „Süddeutschen Zeitung“ dargestellt. Auch wird deutlich, dass ein möglicher Rückgang bei bestimmten Insektenarten insbesondere mit dem Klimawandel sowie der zunehmenden Zersiedelung und Versiegelung der Landschaft zusammenhänge.
 

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