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12.07.2010 Pressemitteilung

Hitze macht Getreide zu schaffen

Deutliche Ertragseinbußen in Bayern erwartet

München (bbv) - Nach einem feuchten und kühlen Frühjahr leidet das Getreide in den meisten Regionen Bayerns nun unter der anhaltenden Hitze und Trockenheit. Besonders in Nordbayern gibt es Gebiete, in denen es im Juni nicht geregnet hat. Die Getreidekulturen zeigten dort typische Symptome für eine Notreife. Hält das heiße Wetter an, wie Vorhersagen prognostizieren, so sei regional besonders auf Standorten mit leichten Böden mit erheblichen Ertragsausfällen zu rechnen.
Minister Helmut Brunner, Präsident Gerd Sonnleitner und Betriebsleiter Anton Stürzer mit dem Braumeister der Brauerei Ayinger bei der Ernte-Pressefahrt 2010 © BBV
Diese Zwischenbilanz hat heute der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, bei der Erntepressefahrt gezogen. Die Fahrt führte gemeinsam mit dem bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner nach Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Landkreis München, auf den ökologisch bewirtschafteten Betrieb von Martin Mayer und den konventionellen Betrieb von Anton Stürzer.

Die Getreideernte beginnt erst jetzt mit einem Rückstand von etwa zwei Wochen mit dem Drusch der Wintergerste. Sonnleitner geht aber davon aus, dass die Ernte in Bayern nicht einmal den langjährigen Durchschnitt von 6,7 Millionen Tonnen Getreide (ohne Mais) erreichen wird. Hält die Hitze- und Trockenperiode an, ist eine ähnlich schlechte Ernte wie im Jahr 2006 mit nur 6,3 Millionen Tonnen Getreide (ohne Mais) nicht auszuschließen.

Auch aus Nord- und Ostdeutschland wurde von Hitzeschäden berichtet. Die EU-Kommission hat in ihrer neuen Schätzung für Deutschland bereits reagiert und die Erntemenge von 47 Millionen Tonnen auf 45 Millionen Tonnen Getreide inkl. Mais zurückgenommen. Dies wären ca. 5 Millionen Tonnen weniger als in den beiden Vorjahren. Auch in der Europäischen Union soll das Getreideangebot im anstehenden Getreidewirtschaftsjahr kleiner ausfallen als 2009/10. Bestätigt sich die Ernteprognose von 286 Millionen Tonnen, würden 7 Millionen Tonnen weniger geerntet werden als im Vorjahr und 27 Millionen Tonnen weniger als im Jahr 2008.
 
Zur Preissituation erläuterte der Bauernpräsident, dass die Ackerbauern in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren besonders unter dem Absturz der Getreidepreise litten. Im Oktober und November 2009 erreichten die Preise nahezu wieder die historischen Tiefstände aus dem Jahr 2004.

Die Lage an den Märkten für Getreide und Raps habe sich in den letzten Monaten verbessert. In den letzten Wochen und Monaten wirke sich für die Wettbewerbskraft der heimischen Getreide- und Ölsaatenmärkte die Kursabwertung beim Euro positiv aus. Besonders die Exportchancen für deutschen und europäischen Brotweizen seien gestiegen. Dies habe die Vermarktungssituation für Qualitätsweizen auch innerhalb Bayerns in den letzten Wochen deutlich verbessert und die Erzeugerpreise für alle Getreidearten gestützt. Auch der Raps profitiere vom aktuellen Eurokurs, denn dieser mache den in Dollar gehandelten Soja sowie die Pflanzenöle teurer.

Auffällig in Bayern ist der Rückgang der Anbaufläche bei Braugerste um etwa 14 Prozent. „Auf nur noch 109.600 Hektar wächst mittlerweile die wichtige Grundlage für das bayerische Bier, ein historischer Tiefstand“, sagte Leonhard Keller, Vorsitzender des BBV-Landesfachausschusses für pflanzliche Produktion. Umso erfreulicher sei es, wenn die regionale Wirtschaft mit Landwirten in der Region kooperiert und beim Bierbrauen auf bayerisches Getreide setzt. Keller forderte die verarbeitende Wirtschaft wie Bäckereien und Brauereien auf, sich ein Beispiel an der Partnerschaft von Anton Stürzer und seiner regionalen Brauerei zu nehmen und mehr auf regional erzeugte Rohstoffe zu setzen. „Die Verbraucher schätzen es sehr, wenn ihre Lebensmittel aus der Region kommen und sie damit die heimische Landwirtschaft unterstützen können.“

Hochwertige Lebensmittel aus der Region, kurze Transportwege, die das Klima schonen, gepflegte Kulturlandschaften, erneuerbare Energien sowie Wertschöpfung für die Regionen – damit diese vielfältigen Leistungen der regionalen Landwirtschaft für die Gesellschaft auch weiterhin erhalten bleiben, brauche es eine starke EU-Agrarpolitik. Denn über den Marktpreis allein ließen sich diese Leistungen nicht abgelten. „Der Gesamthaushalt für die Gemeinsame Agrarpolitik für 27 Mitgliedstaaten, für 14 Millionen Bauern und 500 Millionen Verbraucher kostet deutlich weniger als 1 Prozent aller öffentlichen Ausgaben in der EU. Das sind 29 Cent pro Tag und Bürger. Das ist eine große Leistung für wenig Geld! Das ist eine Leistung, die ihr Geld wert ist“, sagte Sonnleitner. 

Weitere Informationen, Unterlagen der Pressemappe, u. a. die Reden von Präsident Sonnleitner und Getreidepräsident Keller, erhalten Sie unter Presseservice > Veranstaltungen > Ernte-Pressefahrt 2010

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