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06.07.2017 Digitalisierung

Regierungserklärung zur Digitalisierung: „Bayern braucht ‚Smart Rural Areas‘!“

BBV regt an, Zukunftschancen für ländlichen Raum und Landwirtschaft zu nutzen

Am 6. Juli 2017 hat der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer in einer Regierungserklärung den Stellenwert der Digitalisierung für die Zukunft unterstrichen. Dabei hat er im Bayerischen Landtag das Maßnahmenpaket „Bayern Digital II“ vorgestellt.
Bei der Digitalisierung müsse der ländliche Raum eine zentrale Rolle spielen, so BBV-Präsident Heidl
© Nolan - fotolia.com
 
„Damit wirklich alle Menschen und Regionen im Land an den neuen Chancen teilhaben können, darf die Umsetzung nicht auf die Ballungsräume beschränkt bleiben. Um die Zukunftschancen der Digitalisierung auch auf dem Land und in der Landwirtschaft nutzen zu können, braucht Bayern dringend ‚Smart Rural Areas‘“, fordert Bauernpräsident Walter Heidl.
„Bei der Digitalisierung muss der ländliche Raum sowie die Land- und Forstwirtschaft eine zentrale Rolle spielen“, sagt Heidl. „Nur so kann das in der Bayerischen Verfassung verankerte Staatsziel von gleichwertigen Lebensverhältnissen und Arbeitsbedingungen in Stadt und Land wirklich vorangebracht werden.“

Schneller Internetanschluss muss selbstverständlich werden

Am dringendsten ist laut Heidl ein verlässlich funktionierender und vor allem schneller Internet und Mobilfunkzugang für die bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern nötig. „Das ist so wichtig wie der Anschluss an die Wasser- und Stromversorgung und muss auch genauso selbstverständlich werden“, fordert Heidl. Der Staat sei gefordert, die nötigen Mittel für einen schnellen und flächendeckenden Breitbandausbau bereitzustellen. Gerade der bereits von Heimatminister Markus Söder auf den Weg gebrachte „Höfebonus“ sei ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung.

KULAP: Maßnahmen für „smart farming“ nötig

Um das Potenzial der Digitalisierung und von „smart farming“ in der Landwirtschaft zu nutzen, seien außerdem Förderanreize und Anschubfinanzierungen für den Einsatz und die Nutzung digitaler Anwendungen nötig. „Wie für die gewerbliche Wirtschaft brauchen wir auch für unsere Bauernfamilien einen Digitalbonus, um Produktionsprozesse zu digitalisieren oder in IT-Sicherheit zu investieren“, fordert Heidl. Auch vorhandene Geo-, Wetter- und Satellitendaten sollten aus Sicht des Bauernverbandes über geeignete Portale kostenfrei für Landwirte, Waldbauern und Grundeigentümer zugänglich sowie maschinenlesbar verfügbar sein. Das gilt zum Beispiel für die über den amtlichen Satellitenpositionierungsdienst SAPOS gewonnenen Daten und Korrektursignale, die in Bayern nach wie vor kostenpflichtig sind.

Bäuerliche Landwirtschaft nicht abhängen

Die verfahrenstechnischen Möglichkeiten der Digitalisierung dürfen nicht nur für große Landwirtschaftsstrukturen rentabel einsetzbar sein, sondern müssen auch für die vielfältige Betriebsstruktur der bayerischen Landwirtschaft leistbar werden. Deshalb sollten sich Sicht des Bauernverbandes nun Landwirtschaftsminister Helmut  Brunner und die Landtagsabgeordneten für zusätzliche Mittel und eine flächendeckende Einführung digitaler Verfahrenstechniken unter anderem bei Pflanzenschutz und Düngung innerhalb des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) einsetzen. Mithilfe von „smart farming“-Anwendungen kann das Wirtschaften in bayerischen Ställen und auf bayerischen Feldern noch präziser werden und der Ressourcenschutz weiter verbessert werden.

Die Position des Bayerischen Bauernverbandes zur Digitalisierung ist online verfügbar.
 

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