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Saisonarbeitskräfte auf einem Spargelfeld beim Spargelstechen.

Einreise von Saisonkräften - was gilt?

Strenge Hygieneregeln sind zu beachten

18.06.2020 |

Durch die von der Bundesregierung eingeführte Sonderregelung zur Einreise für Saisonarbeitskräfte wurden zwischen Anfang April und 15. Juni 2020 knapp 48.000 Einreisen über das Internetportal „Saisonarbeit 2020“ gemeldet.

Das Bundeskabinett hatte in der zweiten Juniwoche ein vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft neu gefasstes Konzeptpapier zur Einreise und Beschäftigung ausländischer Saisonarbeitskräfte verabschiedet. Die bisherigen Einreisebeschränkungen, insbesondere die Verpflichtung zur Anreise per Flugzeug, werden aufgehoben. Ab dem 16. Juni können Saisonkräfte aus EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Schengen-Staaten wieder ohne vorherige Anmeldung im DBV-Meldeportal einreisen: sowohl mit dem Flugzeug als auch auf dem Landweg. Dies gilt bis einschließlich 31. Dezember 2020 – vorbehaltlich aktueller Änderungen des Pandemiegeschehens.

Die Regelungen zur Unterbringung und der Arbeit der Saisonkräfte sind in zwei Konzeptpapieren des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des Bundesinnenministeriums festgelegt.


Dort sind strenge hygienerechtliche Vorgaben zum Infektionsschutz und zur Hygiene, die Unterbringung und die Arbeit auf den landwirtschaftlichen Betrieben festgeschrieben.

Für Saisonkräfte gilt unter bestimmten Umständen eine Testpflicht für eine Corona-SARS-CoV-2-Infektion. Mehr dazu finden Sie hier.

Gegebenenfalls ist eine konkrete Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt vor Ort notwendig!

 

Stets aktuelle Informationen

Auf der Seite saisonarbeit2020.bauernverband.de finden Sie oben rechts außerdem das Dokument "FAQ - Häufige Fragen". Hier finden Sie alle relevanten Informationen stets aktualisiert.

Hilfestellung der SVLFG - auch in verschiedenen Sprachen

Die SVLFG hält verschiedene Checklisten zur Unterbringung und Beschäftigung von Saisonkräften sowie Plakate mit Corona-Regeln in verschiedenen Sprachen vor. Sie können alle Dokument im BBV-Downloadbereich für Mitglieder (unter "Steuern und Recht") herunterladen.

Internetplattformen zur Personalsuche nutzen

Über Internet-Plattformen sollen Arbeitssuchende, Kurzarbeiter oder auch Studenten sowie alle sonstigen Personen, die bereit sind auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zu arbeiten schnell mit Betrieben in Verbindung gebracht werden, die Arbeitskräfte brauchen und suchen. Personen, die auf landwirtschaftlichen Betrieben mitarbeiten wollen, können sich online auf www.saisonarbeit-in-deutschland.de und www.daslandhilft.de ein Bild von der auszuübenden Tätigkeit machen. Über die hinterlegten Kontaktdaten (in der Regel Telefon oder E-Mail) nehmen die Interessierten direkt Kontakt mit dem Betrieb auf. Die Kontaktaufnahme bzw. Nutzung der Plattform durch Arbeitnehmer ist kostenfrei. Mit einer Registrierung der Betriebe ist eine schnelle und unkomplizierte Vermittlung der sich anbietenden deutschen Arbeitskräfte möglich.

Für das Portal www.saisonarbeit-in-deutschland.de brauchen Sie keine Mitgliedschaft im Bauernverband. Jeder Betrieb, jede Arbeitssuchende und jeder Arbeitssuchender kann die Vermittlungsplattform in der aktuellen Krisensituation nutzen - und zwar ohne zusätzliche Kosten. Die Einstellung des Betriebsprofils ist für Betriebe bis zum 30. Juni 2020 ebenfalls kostenfrei!

Auch die Agentur für Arbeit hilft bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft weiter. Hier sind auch Asylbewerber*innen registriert, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Landwirtschaftsministerium startet Gemeinschaft-Aktion "Arbeiten für die Ernte"

Um den weiteren Bedarf an Saisonarbeitskräften in den kommenden Wochen decken zu können, hat Bayerns Landwirtschaftsministerium eine Aktion gestartet, die auch der Bayerische Bauernverband unterstützt. Alle verfügbaren Kräfte in der Land- und Ernährungswirtschaft, in Handwerk, Industrie, Handel und anderen Organisationen sollen mobilisiert werden. Mit der Initiative „Arbeiten für die Ernte“ will Landwirtschaftministerin Michaela Kaniber alle Informationen und den Austausch dazu im Land bündeln, um die ausfallende Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland bestmöglich zu ersetzen. „Angesichts der nun auch für Saisonarbeiter geschlossenen Grenzen müssen wir jetzt nach vorne schauen und schnell Alternativen finden“, sagte Kaniber. „Wir ziehen alle an einem Strang, um der regionalen Landwirtschaft zu helfen, aber auch Menschen, die jetzt in anderen Wirtschaftszweigen und Branchen unfreiwillig zur Untätigkeit gezwungen sind“, so Kaniber.

Über die Internet-Plattformen www.saisonarbeit-in-deutschland.de und www.daslandhilft.de sowie andere regionale Kontaktstellen sollen Arbeitssuchende, beschäftige Kurzarbeiter oder auch Studenten schnell mit Betrieben in Verbindung gebracht werden, die Arbeitskräfte brauchen und suchen.

Die Initiative wird auch getragen vom Verband der Bayerischen Wirtschaft, von der Industrie- und Handelskammer, den Handwerkskammern, dem Hotel- und Gaststättenverband, auch vom Bayerische Bauernverband und den Maschinenringen. „Dass sich so viele Organisationen beteiligen, zeigt den großen Bedarf in allen Bereichen des Wirtschaftslebens. Ich hoffe daher auf eine große Resonanz“, sage die Ministerin.

BBV-Präsident Heidl: „Wir Bäuerinnen und Bauern wollen die Bevölkerung trotz der Corona-Krise mit frischen und regionalen Lebensmitteln versorgen. Damit das bei Obst und Gemüse gelingen kann, sind erfahrene ausländische Saisonarbeiter notwendig. Das hat der Bauernverband in den letzten Tagen deutlich gemacht. Jetzt konnte in Abstimmung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium, dem Bundesinnenministerium und dem Robert Koch-Institut kurzfristig eine Lösung gefunden werden, die zu einer Entspannung im Obst- und Gemüsebau beiträgt. Die Betriebe werden die Leitlinien und Vorgaben des Robert Koch-Instituts strikt einhalten. Der Bayerische Bauernverband informiert seine Mitglieder über die wichtigen Details und unterstützt bei der Abwicklung. Denn für die Landwirtschaft und die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse ist in dieser schwierigen Situation wichtig, dass die dringend benötigten Arbeitskräfte auf die Höfe geholt werden können und gleichzeitig der Infektionsschutz gewährleistet ist.“


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