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14.11.2017 Umwelt

„Bauern brauchen Artenvielfalt und natürliche Kreisläufe“

Ehrliche Diskussion und valide Daten nötig, um Schwachstellen zu beheben

Im Landtag hat eine aktuelle Stunde zur Biodiversität stattgefunden. „Wir Bauern haben das größte Interesse daran, die Artenvielfalt in Bayern zu schützen und die wichtigen natürlichen Kreisläufe zu erhalten“, sagt Stefan Köhler, Umweltpräsident des Bayerischen Bauernverbandes.
© kazio76 - fotolia.com
 
Insbesondere die Landwirtschaft sei besonders vom Flug der Insekten und der Bestäubungsleistung abhängig. „Der Bauernverband nimmt den Natur- und Umweltschutz deshalb enorm ernst.“

Bei der Diskussion um einen möglichen Rückgang der Insektenpopulationen müssen jedoch valide Analysen und fundiert erhobene Daten die Grundlage bilden. „Zu einer ehrlichen Diskussion gehört es außerdem, dass alle Einflussfaktoren und auch komplexere Zusammenhänge in den Blick genommen werden“, fordert Köhler. „Wer versucht, einfach der Landwirtschaft den schwarzen Peter zuzuschieben, ist unglaubwürdig und verkennt die Dimension des Problems – auch und gerade für die Landwirtschaft.“ Wichtig war, dass sich CSU, Freie Wähler und SPD bei der Landtagsdebatte vor die verantwortungsvoll wirtschaftenden Familienbetriebe in Bayern gestellt haben. Deren objektive Haltung trägt zur Versachlichung der hitzigen Debatte bei. 

Immer wieder wird dabei die Studie des Entomologischen Vereins in Krefeld herangezogen. Dabei betonen die Verfasser selbst, dass ihre Untersuchungen lediglich in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz stattgefunden haben. Auch lassen die Untersuchungsergebnisse keinen Rückschluss auf die Ursachen zu. „Hier herrscht enormer Forschungsbedarf“, sagt Köhler. „Der Bauernverband setzt sich daher seit Längerem dafür ein, dass die Landesanstalt für Landwirtschaft die Situation in Bayern untersucht.“

Die Bäuerinnen und Bauern in Bayern stehen zu kooperativen Maßnahmen und Zusatzleitungen. Das zeigen auch die Zahlen: Während der Flächenverbrauch in Bayern weiter ansteigt, hat sich jeder zweite Landwirt – freiwillig und über das hohe gesetzlich vorgeschriebene Niveau hinaus – vertraglich zu besonderen Leistungen für den Umwelt- und Naturschutz verpflichtet. Jeder dritte Hektar wird so gemäß der Agrarumweltmaßnahmen (KULAP und VNP) bewirtschaftet. Dort, wo Landwirte mit leistbaren Maßnahmen dazu beitragen können, Schwachstellen zu beheben, bringen sie sich ein.

Dass dieses Engagement wirkt, zeigt sich auch anhand von Zahlen: So sind laut Bayerischem Artenschutzbericht 2010 auch 80.000 der insgesamt 100.000 in Deutschland heimischen Arten in Bayern heimisch. Darüber hinaus bestätigt das bayerische Umweltministerium in einem aktuellen Bericht, dass 700.000 Hektar an KULAP-Flächen ganz besonders zur Biodiversität beitragen. Über das Vertragsnaturschutzprogramm engagieren sich Bauern freiwillig auf weiteren 80.000 Hektar durch besondere Naturschutzmaßnahmen. Der BBV fordert seine Mitglieder auf, die Möglichkeiten im Betrieb zu nutzen. Gelegenheit dafür bietet die neue Antragsfrist für das KULAP vom 8. Januar bis 23. Februar 2018 sowie Brachflächen, Blüh- und Randstreifen beim Greening.





 

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