Ernährung & Verbraucher

© lado2016 - fotolia.com
Zwei junge Frauen vor dem Fleisch-Kühlregal

ARD: „Empörung fehl am Platz“

Wichtiger Tageschau-Kommentar zur Zukunft der Bauern

14.08.2019 |

In den letzten Tagen haben negative Berichte über die Landwirtschaft die Schlagzeilen dominiert. Umso wichtiger sind Beiträge wie der Kommentar zur „Zukunft der Bauern“ aus den Tagesthemen vom 8. August 2019. Holger Ohmstedt vom Norddeutschen Rundfunk fährt weiter treffend fort, dass viele sich Lebensmittel vom Bauern nebenan, von kleinen Höfen und glücklichen Tieren wünschten. Doch die Bereitschaft, mehr als zehn oder 15 Prozent des Einkommens für Lebensmittel auszugeben, sei nicht vorhanden: „In der Landwirtschaft hat unsere ‚Geiz ist geil‘-Mentalität zu einem brutalen Umbruch geführt. Hunderttausende Höfe machten dicht“, analysiert Ohmstedt. Betriebe müssten in dieser Situation größer und leistungsfähiger werden, Kosten senken oder eine lukrative Nische finden. „Moderne Bauern eben, die dafür sorgen, dass wir genug zu essen haben. Da ist Empörung fehl am Platz, nur weil die mit ihren Agrobetrieben nicht die kindliche Sehnsucht nach ländlicher Idylle bedienen.“

Klar ist für den Journalisten: „Landwirte sind in erster Linie Unternehmer und keine Kälbchenstreichler.“ Das entschuldige keine Verstöße gegen Tier-, Umwelt- oder Verbraucherschutz. „Eine Landwirtschaft, die unser Vertrauen haben will, muss entschieden gegen Tierquäler und Umweltfrevler vorgehen“, fordert er. „Solche Praktiken gehören verurteilt, aber eben nicht die ganze Agrarwirtschaft. Es wird Zeit, dass wir gemeinsam mit den Bauern Landwirtschaft neu denken. Und dass wir ehrlich mit denen umgehen, die unsere Mittel zum Leben produzieren.“

 

 


Zu meiner Geschäftsstelle