Termine und Seminare
Mittwoch 25. Mai 2016
Passau | Neuburg/Inn | Neukirchen
Diebe und Betrüger vor der Haustüre
Ein Vortrag über die unvorstellbaren Variationen [weiter...]
Mittwoch 25. Mai 2016
Kronach | Ludwigstadt
1-Tagelehrfahrt nach Schwäbisch Gmünd:
Nach einer Stadtrunfahrt lernen Sie die Firma [weiter...]
Mittwoch 25. Mai 2016
Fürth | Seukendorf
Landfrauen on Tour
In diesen Kochvorführungen in Kooperation mit der [weiter...]
 [Alle Termine...]
Zur Homeseite

Schwarzwild-Informations-System in Bayern

Das Schwarzwild-Informations-System ist in verschiedenen Regionen in Bayern implementiert. Bitte wählen Sie die entsprechende Region über das Pull-Down-Menü (rechts) aus.
Niko Versch, Aschaffenburg, (l.) im Interview mit agrarheute.com
© BBV/N.Hahn
Was ist das SIS?

Das Schwarzwild-Informations-System (abgekürzt SIS) wurde im Rahmen des Projektes „Brennpunkt Schwarzwild - Projekt zur Entwicklung innovativer regionaler Konzepte“ entwickelt. Dieses Projekt wurde von BBV initiiert und wird aus Jagdabgabemitteln finanziert. Seit 2010 arbeiten in fünf Modellregionen Bayerns die von der Schwarzwildproblematik Betroffenen vor Ort intensiv zusammen. Das sind die Landwirte, Jagdgenossen, Jäger, aber auch Förster, Waldbesitzer und relevanten Behördenvertreter. Kurzum: Alle, die vor Ort von der Schwarzwildproblematik betroffen sind! Zusammen mit diesen Beteiligten und unter fachlicher Begleitung der Firma Wilcon - Wildlife Consulting wurde die Idee eines internetbasierten Schwarzwildmonitorings entwickelt. Mit der Firma Geofis (Geoinformatik-Fernerkundung-Inventur-Statistik) konnte ein kompetenter Partner gefunden werden, der die Programmierung des SIS übernommen hat. Die technische Umsetzung und Einbindung in die Homepage des BBV erfolgte durch die Firma dieMayrei.

Schwarzwildschäden
© BBV/N.Hahn
Bislang besteht ein großes Defizit im Schwarzwildmanagement darin, dass sachliche Informationen und belastbare Daten zu Wildschäden, Sichtbeobachtungen von Sauen und vielen anderen bei der Schwarzwildbejagung wichtigen Grundlagen auf Ebene der Jagdgenossenschaften bzw. der Jagdreviere und darüber hinaus nicht vorliegen. Dies führt oft dazu, dass Jagdgenossen als Verpächter und Jäger als Pächter mehr übereinander statt miteinander reden. Dies insbesondere dann, wenn es zu massiven Wildschäden durch Wildsauen kommt. Sachliche Informationen und Datengrundlagen fehlen in aller Regel. Dies führt oft dazu, dass gegenseitige Schuldzuweisungen ein zielgerichtetes Handeln überlagern und die Konflikte eskalieren. Hinsichtlich einer dringend gebotenen Reduktion des Schwarzwildes auf ein dauerhaft und allseitig erträgliches Niveau hilft das keinem weiter. Wie kann man hier in Zukunft weiter kommen?

Schwarzwildschäden
© BBV/N.Hahn
Mehr Transparenz unter Einbindung aller Akteure führt zum Ziel! Auf der Grundlage von gemeinsam erfassten Daten und Informationen lassen sich konkrete jagdliche und sonstige Maßnahmen ableiten und vereinbaren. Konflikte entstehen erst gar nicht! Bislang stand dazu aber kein geeignetes Instrument zur Verfügung. Diese Lücke schließt nun das SIS. Es handelt sich um ein integratives Monitoringsystem, das die Betroffenen vor Ort zu Beteiligten macht. Sie erheben gemeinsam, fair und auf Augenhöhe, Informationen und Daten und stimmen darauf aufbauend konkrete jagdliche Maßnahmen ab. So kann auf lokaler Ebene ein Beitrag zur Absenkung des landesweit sehr hohen Schwarzwildbestandes geleistet werden. Das SIS lässt sich aber auch hervorragend als „Frühwarnsystem“ nutzen, damit in noch wenig besiedelten Regionen Schwarzwild erst gar nicht zum Problem für Landwirte und Jäger wird. Außerdem können die im SIS erfassten Daten bei der Jagdverpachtung genutzt werden, um klare und faire Vereinbarungen auf sachlicher Grundlage treffen zu können. 

Arbeitskreis Aschaffenburg
© BBV/N.Hahn
Wozu dient das SIS?

Zwei wesentliche Aspekte zeichnen das SIS aus und unterscheiden es für die Nutzer von anderen Monitoringsystemen:

1. Die Erfassung von Daten und die Nutzung von Informationen für das Schwarzwildmanagement durch alle vor Ort betroffenen Akteure.
2. Die Nutzung als „Kommunikationsplattform“, damit zeitnah abgestimmte, konkrete und umsetzbare Maßnahmen ergriffen werden.

Zu beachten ist: Die Erfassung von Wildschäden im SIS ersetzt nicht die offizielle Wildschadensanmeldung an die Gemeinde! Das SIS ist ein reines Monitoringinstrument! Ganz bewusst wurde auf eine Erfassung oder Berechnung von Wildschadenssummen verzichtet! Diese sind ohnehin wegen der vielerorts üblichen gütlichen Einigung wenig aussagekräftig! Wie bisher auch liegt die Abwicklung von Wildschadensersatzforderungen in der Verantwortlichkeit zwischen Geschädigtem und Ersatzpflichtigem.

Wie funktioniert das SIS?

Das Kernmodul des SIS ist eine interaktive Hybridkarte (Kombination aus Luftbild und topographischer Karte), auf der Meldungen verortet und verschiedene Informationen (Wildschäden, Sichtbeobachtungen, etc.) erfasst bzw. visualisiert werden können.

Das SIS unterscheidet drei „Nutzerebenen“:

1. registrierte, zugangsberechtigte Nutzer,
2. registrierte, zugangsberechtigte Systemadministrator(-en),
3. nichtregistrierte öffentliche Internetnutzer.

Die Beteiligten vor Ort definieren selbst, wer das SIS nutzt und welche Informationen für die Öffentlichkeit oder nur intern sichtbar werden. Die Nutzer erhalten eine Zugangsberechtigung, mit der sie sich in das jeweils lokale SIS einloggen können. Die Systemverwaltung im lokalen SIS erfolgt durch einen oder mehrere Systemadministratoren, die von den Beteiligten selbst benannt werden.

Ein wesentliches Merkmal des SIS liegt in der „Freiwilligkeit“ seiner Nutzung. Das bedeutet: Landwirte, Jagdgenossen, Jäger, Förster und ggf. andere Personen, die von den Beteiligten vor Ort als zugangsberechtigte Nutzer definiert werden, können das SIS nutzen und selbst definieren, welche Parameter sie erfassen. Somit wird das Austarieren erträglicher Wildschäden und einer entsprechenden Schwarzwilddichte in die Eigenverantwortung der vor Ort beteiligten Personen gelegt! Sicher ist aber, dass durch die Nutzung des SIS ein untereinander abgestimmtes und zielorientiertes Handeln besser und fairer gelingen kann! Die Jagdgenossenschaften bzw. Grundstückseigentümer sollten daher die Chancen, die das SIS bietet, gemeinsam mit Jägern und anderen Beteiligten nutzen.


Diesen Artikel empfehlen:
Seite drucken Nach oben
Zur Homeseite
BBV vor Ort
Unterfranken Oberfranken Mittelfranken Oberpfalz Schwaben Oberbayern Niederbayern
Videos
Mitgliederzeitschrift
Ehrenamt auf Ortsebene
Mehr zu unseren Themen