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11.01.2012
Jagd
Schwarzwild in Bayern
Richtlinien zur Bejagung
Das Schwarzwild hat sich in den letzten Jahren stark vermehrt. Es besiedelt nun auch bisher schwarzwildfreie Gebiete in Bayern. Die amtliche Statistik zeigt den dramatischen Anstieg der Schwarzwildstrecke in den letzten 30 Jahren um das fast 21-fache, in Schwaben sogar um das 112-fache!
Im Jagdjahr
2008/2009 wurde mit über 62.000 erlegter Tiere ein Rekordwert erzielt, der 2010/2011 – begünstigt
durch die schneereiche Witterung - erneut nahezu erreicht wurde. Der Verlauf über die Jahre hinweg
spiegelt zum einen die verstärkten Anstrengungen der Jäger und deren immer bessere Zusammenarbeit
mit den Landwirten wider, zum anderen jedoch einen sehr hohen Grundbestand und die enorme
Populationsdynamik des Schwarzwilds. Die weitere Intensivierung der Jagd ist deshalb entscheidend. Da die Einzeljagd an der Kirrung allein nicht den notwendigen Erfolg
bringt, sind revierübergreifende Bewegungsjagden noch viel mehr als bisher durchzuführen.
Die Gründe für die Ausbreitung des Schwarzwildes sind vielfältig. Insgesamt haben sich die natürlichen Lebensbedingungen für das Schwarzwild besonders durch häufige Mastjahre bei Eiche und Buche, milde und schneearme Winter, längere Vegetationsperioden und veränderte Anbaustrukturen in der Landwirtschaft deutlich verbessert. Hinzu kommt eine zum Teil unverhältnismäßig hohes Füttern über unsachgemäße Kirrungen oder Ablenkfütterungen durch Jäger. Aufgrund der artbedingt hohen Vermehrungsrate mit bis zu über 300% des Grundbestands reagiert das Schwarzwild auf diese Verbesserungen der Lebensbedingungen mit einem massiven Zuwachs, der durch die Bejagung bislang bei Weitem noch nicht abgeschöpft wurde.
Mit dem Anstieg der Schwarzwildbestände wächst auch das Gefahrenpotenzial:
- Gefahr der Übertragung der Schweinepest auf Hausschweine (siehe andere Bundesländer)
- Schäden in den Feldern an der Saat, dem Aufwuchs oder den Früchten, insbesondere Mais, Raps, Kartoffeln und Getreide.
- Schäden im Grünland durch Umbrechen der Grasnarbe und Verunreinigung des Futters
- Schäden im Wald, z. B. Beschädigung von Kulturzäunen, Fressen der Saat
- Verkehrsunfälle mit Sach- und Personenschäden
Zur Lösung der Problematik in Bayern wurde eine auf drei Säulen basierende Strategie erarbeitet:
- Verstärkte Aufklärung und Information
- Verbesserung der Jagdstrategien vor Ort, besonders revierübergreifende Bejagung
- Intensivierung der praxisorientierten Forschung
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