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12.01.2016 Pressemitteilung

„Für Bauern und Handwerker geht’s um die Wurst!“

Schlagbauer und Heidl fordern klares Bekenntnis zu regionalen Wirtschaftsstrukturen

München (bbv) – Regionales liegt voll im Trend. Dem Ernährungsreport 2016 des Bundeslandwirtschaftsministeriums zufolge, legen mehr als drei Viertel aller Deutschen besonderen Wert darauf, dass ihre Lebensmittel aus ihrer Region kommen. „Bayern steht für unverwechselbare Produkte und Genuss mit weiß-blauem Charakter. Dieses Alleinstellungsmerkmal ist untrennbar mit dem bayerischen Handwerk und die bayerischen Bauernfamilien verbunden.
Georg Schlagbauer (Präsident des Bayerischen Handwerktags, Eva Maria Rieger (Ernährungsfachfrau) und BBV-Präsident Walter Heidl beim Neujahrs-Pressegespräch 2016.
© BBV
Wir prägen Bayern!“, sagte Bauernpräsident Walter Heidl beim Neujahrs-Pressegespräch des Bayerischen Bauernverbandes. Gemeinsam mit Georg Schlagbauer, Präsident des Bayerischen Handwerkstags, machte er deutlich, dass es gerade die selbstständigen Familienbetriebe und die mittelständischen Strukturen von Handwerk und Landwirtschaft sind, die den ländlichen Raum vital und attraktiv machen. „Handwerker und Bauern sorgen für Stabilität im ländlichen Raum und lebendige Dörfer. Wir schaffen Werte und erhalten Wirtschaftskraft in den Regionen“, sagte Georg Schlagbauer, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern und Präsident des Bayerischen Handwerkstags.
 
Doch dieses Herzstück des ländlichen Raums und der regionalen Erzeugung ist in Gefahr. „Für Handwerker und Bauern geht’s derzeit um die Wurst!“, sagte Heidl. „Die extrem niedrigen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und die enorme Macht der großen Supermarktketten und Handelsunternehmen sorgen für enorme wirtschaftliche Probleme auf den Bauernhöfen.“ Die Einkommen der landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Bayern sind im vergangenen Wirtschaftsjahr um 22,5 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig haben gerade landwirtschaftliche Betriebe und Handwerksbetriebe mit immer neuen Auflagen und Regelungen zu kämpfen. „Durch ordnungspolitische Vorgaben und fehlende politische Unterstützung drohen Familienbetriebe und mittelständische Unternehmen an die Grenze ihrer Belastbarkeit gedrängt zu werden“, sagte Heidl.
 
Besonders schwer wiegt das, da oft wechselseitige Beziehungen zwischen Handwerksbetrieben und Bauernhöfen bestehen. So liefern Bauern oft die Grundlage für regionale Produkte und Spezialitäten. „Regionalität und Nachvollziehbarkeit sind ein wichtiges Kaufargument für viele Kunden. Die Beziehung zwischen der Landwirtschaft und dem Handwerk als verarbeitendem Gewerbe wird deshalb immer wichtiger“, sagte Schlagbauer. Gleichzeitig sind Weiterentwicklung, Instandhaltung oder Investitionen in der Landwirtschaft in aller Regel auch mit Aufträgen an das regionale Handwerk verbunden.
 
Doch dieses, seit Generationen bestehende und für die regionale Wirtschaft so wichtige Beziehungsgeflecht sieht sich mit immer größeren Herausforderungen konfrontiert. Ein Beispiel ist das neue bayerische Landesentwicklungsprogramm (LEP). „Bereits jetzt bedroht der immense Flächenverbrauch die Grundlagen der Landwirtschaft in Bayern. Durch die geplante Lockerung des Anbindegebots droht noch mehr fruchtbarer Boden unter Teer und Beton zu verschwinden“, fürchtet Heidl. „Außerdem drohen so Ortskerne und traditionelle Ladengeschäfte zerstört zu werden“, kritisiert Schlagbauer. Heidl und Schlagbauer fordern deshalb ein klares politisches Bekenntnis zu den regionalen Strukturen des Handwerks und der Landwirtschaft in Bayern.
 
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