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14.12.2012 Pressemitteilung

Tierschutz mit Sinn und Verstand weiterentwickeln

BBV: Tierschutzanforderungen und kleinere Betriebsstrukturen in Einklang bringen

München (bbv) - Gestern Abend hat der Bundestag die Novelle zum Tierschutzgesetz mit den Stimmen der Regierungskoalition beschlossen. Der Bundesrat wird voraussichtlich Anfang Februar kommenden Jahres entscheiden. Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, anerkennt, dass die beschlossene Fassung der Grundrichtung einer Weiterentwicklung mit Maß und Ziel besser entspricht als der ursprüngliche Gesetzentwurf.
© Bayerischer Bauernverband
Heidl: „Unter Maß und Ziel verstehen wir, dass Weiterentwicklungen wissenschaftsbasiert entwickelt sowie praxis- und marktreif sein müssen. Dies beinhaltet auch, Ökonomie und Wettbewerb mit zu berücksichtigen und Zielkonflikte auszubalancieren“.
 
Heidl weist darauf hin, dass die Entscheidung, bei der Ferkelkastration die Methode der wirksamen Schmerzausschaltung  in den Gesetzentwurf zu integrieren, eindeutig im Sinne des Tierschutzes ist. Gleichzeitig eröffnet sie einen umsetzbaren Weg gerade für kleinere bäuerliche Schweinehalter, aber auch für Vermarktungsrichtungen wie zum Beispiel Direktvermarkter oder Metzgerhandwerk. Es bedarf dazu jedoch noch der Entwicklung eines geeigneten Verfahrens. Daher ist es unbedingt notwendig, dass die gesetzliche Vorgabe zur Schmerzausschaltung erst zum 1. Januar 2019 umgesetzt wird. Im Übrigen dürfe nicht vergessen werden, dass bereits jetzt über 90 Prozent der Schweinehalter freiwillig eine schmerzstillende Behandlung bei der Ferkelkastration durchführen. Diese ist seit 2011 K.O-Kriterium im Qualitätssicherungssystem QS. Insgesamt verlangen die gestern vom Bundestag beschlossenen Änderungen im Tierschutz den Tierhaltern viel ab. Dies gilt besonders auch für die Einführung einer betriebliche Eigenkontrolle.
 
Heidl betont außerdem die Bedeutung der im Gesetz verankerten Berichtspflicht der Bundesregierung zu den Alternativverfahren in der Ferkelkastration im Jahr 2016. Es gelte darauf zu achten, Strukturveränderungen zu Lasten kleinerer bäuerlicher Betriebe zu vermeiden. Genauso sei die Bundesregierung gefordert, sich für gleiche Tierschutzstandards auf europäischer Ebene  und damit für Wettbewerbsgleichheit einzusetzen.
 

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