06.08.2014 Erneuerbare Energien

Photovoltaik: Vergütungssätze für August und September 2014

Einspeisevergütung für neue Anlagen veröffentlicht – Degression: 0,5 Prozent pro Monat

Anfang August ist die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes offiziell in Kraft getreten. Damit gibt es auch einige Änderungen bei der Einspeisevergütung für Strom aus neuen Photovoltaikanlagen. Die Bundesnetzagentur hat nun die Höhe der Vergütungen veröffentlicht.
© Reisinger-Solargruppe
So werde es ab August für Solarstrom aus Photovoltaik-Dachanlagen bis zehn Kilowatt eine Vergütung von 12,75 Cent je Kilowattstunde geben, wenn der Strom nicht direktvermarktet wird. Bei Dachanlagen bis 40 Kilowatt Leistung werden es 12,40 Cent je Kilowattstunde sein und bei Anlagen bis 500 Kilowatt 11,09 Cent je Kilowattstunde. Für Photovoltaik-Anlagen auf Nichtwohngebäuden im Außenbereich und Freiflächenanlagen bis 500 Kilowatt gibt es eine Vergütung von 8,83 Cent je Kilowattstunde. Entscheidet sich der PV-Anlagenbetreiber den Strom direkt zu vermarkten, erhöht sich die Einspeisevergütung jeweils um 0,4 Cent pro Kilowattstunde. Die Einspeisetarife werden im September dann um weitere 0,5 Prozent gesenkt und liegen dann zwischen 12,69 und 8,79 Cent je Kilowattstunde.
 
Vergütungen für PV-Anlagen, die im August und September 2014 in Betrieb gehen:
 

 

Vergütungssätze Cent/kWh - Feste Einspeisevergütung (Kleinanlagen bis einschl. 500 kWp)
Anlagen auf Nichtwohngebäuden im Außenbereich und Anlagen auf Freiflächen bis 500 kWp

Inbetriebnahme

bis 10 KWp

bis 40 kWp

bis 500 KWp

bis 500 KWp

ab 01.08.2014

12,75

12,40

11,09

8,83

ab 01.09.2014

12,69

12,34

11,03

8,79

 
Stromdirektvermarktung

Das neue EEG hat die Zielsetzung, dass der Strom aus Erneuerbaren Energien zunehmend direkt vermarktet werden soll. Ein Anspruch auf eine Einspeisevergütung besteht für Strom aus EEG-Anlagen, die bis zum 01. Januar 2016 in Betrieb genommen worden sind und eine installierte Leistung von höchstens 500 Kilowatt haben. Für alle Photovoltaik-Anlagen ab 500 Kilowatt gilt ab August eine Pflicht zur Direktvermarktung. Ab dem Jahr 2016 müssen alle neuen Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Leistung von über 100 kW den Strom direktvermarkten.

Wenn Sie Ihren Strom direktvermarkten, setzen sich Ihre Gesamterlöse je Kilowattstunde aus der sog. Marktprämie und dem Stromverkauf an der Börse zusammen. Die Marktprämie bezahlt der Netzbetreiber aus. Sie berechnet sich folgendermaßen:

Anzulegender Wert – Monatsmittelwert Solar.

Der „Monatsmittelwert Solar“ ist der tatsächliche Monatsmittelwert des Marktwerts am Spotmarkt der Strombörse EPEX Spot SE in Paris. Vermarktet ein Stromdirektvermarkter Ihren erzeugten Strom zu besseren Preisen, können Sie dadurch Zusatzerlöse erzielen.

 

Anzulegende Werte Cent/kWh - Erlösobergrenze Marktprämienmodell (ab 500 kWp verpflichtend):
Anlagen auf Nichtwohngebäuden im Außenbereich, Dachanlagen bis 10MWp und Anlagen auf Freiflächen bis 10 MWp

Inbetriebnahme

bis 10 KWp

bis 40 kWp

bis 500 KWp

bis 500 KWp

ab 01.08.2014

13,15

12,80

11,49

9,23

ab 01.09.2014

13,08

12,74

11,43

9,18

 
Wenn Sie Ihren Strom direktvermarkten wollen, muss die Anlage fernsteuerbar sein. Sprich, die Photovoltaikanlage muss über eine technische Einrichtung verfügen, die es ermöglicht Informationen über jeweilige Ist-Einspeisung abzurufen sowie die Einspeiseleistung ferngesteuert zu reduzieren. Zudem benötigen Sie ein Direktvermarktungsunternehmen, welches Ihren Strom dann an der Börse verkauft.
 
Als Partner zur Stromdirektvermarktung empfehlen wir Ihnen die Experten der BBV LandSiedlung. Die BBV LandSiedlung ist Mitgesellschafter bei der Gela Energie GmbH und damit ein starker Partner für die Stromvermarktung. Die Gesellschafter der Gela Energie GmbH zeichnen sich durch Verlässlichkeit sowie jahrelange Erfahrung in der Landwirtschaft und im Bereich der Erneuerbaren Energien. Weitere Informationen zur Direktvermarktung erhalten Sie auf der Webseite der BBV LandSiedlung oder unter der Tel. 089 - 590 682 925.
 
Einspeisevergütung in Ausnahmefällen

Ist eine Direktvermarktung ausnahmsweise und vorübergehend nicht möglich (z. B. bei einer Insolvenz des Direktvermarkters), kann der Anlagenbetreiber eine sog. Einspeisevergütung in Ausnahmefällen vom Netzbetreiber erhalten. Diese Vergütung liegt 20 Prozent unter dem, für das Datum der Inbetriebnahme geltenden Wert.

Vergütung für Strom aus PV-Anlagen auf Gebäuden im Außenbereich

Eine Anspruch auf EEG-Vergütung wird für Strom aus PV-Anlagen auf und an Gebäuden im Außenbereich auch nach dem EEG 2014 weiterhin nur dann gewährt, wenn

1. nachweislich vor dem 1. April 2012
a) für das Gebäude der Bauantrag oder der Antrag auf Zustimmung gestellt oder die Bauanzeige erstattet worden ist,
b) im Fall einer nicht genehmigungsbedürftigen Errichtung, die nach Maßgabe des Bauordnungsrechts der zuständigen Behörde zur Kenntnis zu bringen ist, für das Gebäude die erforderliche Kenntnisgabe an die Behörde erfolgt ist oder
c) im Fall einer sonstigen nicht genehmigungsbedürftigen, insbesondere genehmigungs-, anzeige- und verfahrensfreien Errichtung mit der Bauausführung des Gebäudes begonnen worden ist,
2. das Gebäude im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit einer nach dem 31. März 2012 errichteten Hofstelle eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes steht oder

3. das Gebäude der dauerhaften Stallhaltung von Tieren dient und von der zuständigen Baubehörde genehmigt worden ist.

Marktintegrationsmodell gilt für Bestandsanlagen fort

Für PV-Dachanlagen, welche im Zeitraum 01. April 2012 bis 31. Juli 2014 in Betrieb genommen wurden, gilt seit dem 01. Januar 2014 das Marktintegrationsmodell nach § 33 EEG 2012. Alle PV-Anlagen mit mehr als 10 kWp bis 1.000 kWp erhalten für maximal 90 Prozent des erzeugten Stroms die bei der Inbetriebnahme der Anlagen geltende EEG-Vergütung. Die Anforderungen nach EEG 2012 bleiben für diese PV-Anlagen auch mit Inkrafttreten des neuen EEG erhalten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Bundesnetzagentur.

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