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Pressedienst vom 14.11.2013

Bundesausschuss Obst und Gemüse gegen flächendeckenden Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte

Gesetzlich verordneter Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze

München (bbv) – Bei der Diskussion um einen bundeseinheitlichen gesetzlichen Mindestlohn erwartet der Vorsitzende des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG), Jens Stechmann, dass die Ergebnisse von Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ernsthaft berücksichtigt werden. „In allen Bereichen oder Sektoren, in denen Tarifabschlüsse vorliegen, muss auch künftig die Tarifhoheit Vorrang vor einem gesetzlichen Mindestlohn haben“, so Stechmann.
Diskussion um den Mindestlohn für Saisonarbeitskräfteim Bereich Obst und Gemüse.
© BBV
Gerade die Tarifpartner für Landwirtschaft und Gartenbau haben sich in diesem Frühjahr auf eine schrittweise Annäherung an die von der SPD geforderte Höhe des gesetzlichen Mindestlohns verständigt. Dieser Weg sieht bei der untersten Lohngruppe für Arbeitskräfte ohne Berufsausbildung und für Tätigkeiten, die nach kurzer Einarbeitung ausgeübt werden können, eine zeitlich gestaffelte Anhebung von derzeit rund 7,00 Euro auf 8,50 Euro pro Stunde ab 2017 vor.

Der Bundesausschuss Obst und Gemüse unterstützt die Forderung, dass das Einkommen von Beschäftigten in Vollzeit grundsätzlich zur Finanzierung eines auskömmlichen Lebensunterhaltes ausreichen muss. Für nur vorübergehend und kurzfristig Beschäftigte muss jedoch eine gesonderte Regelung möglich sein. Für den Obst- und Gemüsebau mit seinen arbeitsintensiven Spitzen und dem damit verbundenen Einsatz von Saisonarbeitskräften wäre die abrupte Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns eine nicht tragbare Belastung im europäischen Wettbewerb, auch im Hinblick auf die derzeit erzielbaren Erzeugererlöse. Die Einführung eines Mindestlohns hat in einigen Ländern der Europäischen Union zu einer Reduzierung bzw. zur Einstellung arbeitsintensiver Produktionsverfahren geführt, sodass auch Dauerarbeitsplätze weggefallen sind.

So ist mit der Einführung eines Mindestlohns z. B. in den Niederlanden, der Anbau von Einlegegurken für Sauerkonserven gänzlich zusammengebrochen und in Frankreich der arbeitsintensive Anbau von Feldsalat drastisch zurückgegangen. Der heimische Obst- und Gemüsebau braucht daher eine praktikable Lösung, die sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die Interessen der Betriebe berücksichtigt.

Im Bundesausschuss Obst und Gemüse sind die berufsständischen Vertreter der Trägerverbände des Deutschen Bauernverbandes, des Zentralverbandes Gartenbau und des Deutschen Raiffeisenverbandes zusammengefasst.
 

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