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Pressedienst vom 09.02.2012

Duale Ausbildung stärken

Landfrauen fordern Novellierung der Ausbildung in der Hauswirtschaft

München (bbv) – Angesichts der steigenden Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Fachkräften sehen die Landfrauen in der Hauswirtschaft einen vielseitigen Ausbildungsberuf mit guten Zukunftsaussichten. Allerdings ist die Zahl der Absolventen in diesem Beruf in den vergangenen Jahren in Bayern stetig gesunken. Hier müsse gegengesteuert werden, warnen die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband.
Vielseitig ist der Beruf der Hauswirtschafterin
© BBV
In einem Positionspapier zeigt der Landesvorstand der Landfrauen die Zusammenhänge auf.
Hauswirtschaft sei am Arbeitsmarkt, in Privathaushalten und landwirtschaftlichen Unternehmerhaushalten ebenso gefragt wie in sozialen Einrichtungen oder im Hotel- und Gaststättenbereich. Verschiedene Entwicklungen ließen die Nachfrage nach Fachkräften weiter ansteigen:
  • Immer mehr ältere Menschen wollen gerne zu Hause alt werden und nehmen hauswirtschaftliche Dienstleistungen in Anspruch.
  • Gesellschaftliche Veränderungen wie die zunehmende Berufstätigkeit beider Partner oder die Einführung von Ganztagsschulen haben zur Folge, dass hauswirtschaftliche Versorgungs- und Betreuungsleistungen immer weniger selbst erbracht und stattdessen von Fachkräften zugekauft werden, sei es beispielsweise die Versorgung in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung oder die Betreuung von älteren Menschen und Kindern.
  • Hinzu kommt ein problematischer Trend: Bei der jungen Generation sind hauswirtschaftliche Kenntnisse häufig nicht mehr vorhanden, weil deren Vermittlung durch die eigenen Eltern und in der Schule kaum noch stattfindet.
  • In der Landwirtschaft bietet der Aufbau von hauswirtschaftlichen Einkommenskombinationen ein attraktives Zusatzeinkommen.
Obwohl sich die duale Berufsausbildung, also die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, in der Hauswirtschaft bewährt habe, sei die Zahl der Abschlussprüfungen in den vergangenen Jahren in Bayern stetig gesunken, zuletzt von 2010 auf 2011 um 30 Prozent. Die Landfrauen befürchten, dass sich dieser Trend durch die geburtenschwachen Jahrgänge und die verfügbare Zahl an Ausbildungsplätzen weiter fortsetzen werde, wenn nicht gegengesteuert wird.

Deshalb fordern die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband, die duale Berufsausbildung in der Hauswirtschaft zu stärken. Sie müsse Vorrang vor schulischen Ausbildungsangeboten haben. Außerdem fordern sie die Staatsregierung auf, sich auf Bundesebene für eine Novellierung der Ausbildungsverordnung zur Hauswirtschafterin/zum Hauswirtschafter einzusetzen.

Dabei seien folgende Punkte zu berücksichtigen:
  • Das Kompetenzprofil für die Einsatzbereiche der Hauswirtschaft ist zu überprüfen und den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen. Die derzeitige  Ausbildungsverordnung ist mehr als 10 Jahre alt.
  • Es sollte die Möglichkeit geschaffen werden, durch die Einführung von Zusatzqualifikationen die Ausbildung attraktiver zu gestalten. Davon könnten die Auszubildenden und potenzielle Arbeitgeber profitieren.
  • Die Berufsbezeichnung muss das Interesse junger Menschen wecken und Neugierde am Berufsbild Hauswirtschaft erzeugen.

Das Positionspapier steht Ihnen in voller Länger unter Presse > Positionen zum Download zur Verfügung.
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