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09.03.2017 Milch

Zusammenarbeit von Erzeugern, Molkereien und Handel bleibt dringend notwendig

Offener Brief von BBV-Präsident Heidl an alle Akteure der Milchwirtschaft

Sehr geehrte Damen und Herren, die immer noch schwierige Zeit für unsere Milchbauern erfordert das Zusammenwirken und die Bündelung aller Kräfte. Leider laufen diesem Ziel und dieser Notwendigkeit derzeit einige Entwicklungen entgegen.
© BBV
 
 
Ich denke, die Bedeutung der Zusammenarbeit von Erzeugern, Molkereien, Handel und Verbrauchern in der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft war in der Vergangenheit und ist mehr noch für die Zukunft unbestritten notwendig, insbesondere vor dem Hintergrund des Wirkens z. T. europäischer Molkereikonzerne, der Einflussnahme von Nichtregierungsorganisationen und der von der veröffentlichten Meinung formulierten Erwartungshaltung der Gesellschaft. Die Wahrnehmung der vielfältigen Aufgaben der Landesvereinigung jetzt ist der beste Beweis dafür.

Dem durch das EU-Hauptprüfverfahren erkannten Handlungsbedarf ist durch Veränderung der Aufgaben und der Finanzierung (Beratung über den VMB, Milchprüfring) Rechnung getragen worden. Durch den Beschluss der Landesvereinigung vom 16.12.2016 ist Konsens zwischen den beteiligten Organisationen erzielt worden, an die Stelle der Umlage nach dem Milch- und Fettgesetz eine privatwirtschaftliche Finanzierung zu setzen. Notwendig ist jetzt jedoch die Festlegung, welche Aufgaben getrennt (eigenverantwortlich und eigenfinanziert) in den jeweiligen Bereichen (Molkereien über den neuen Molkereiverein und Landwirtschaft über den Milchförderungsfonds) und welche Aufgaben gemeinsam, mit welcher Finanzierung und auf welcher Entscheidungsstruktur künftig geleistet werden sollen. Der Bayerische Bauernverband steht ausdrücklich zu einer dauerhaften Beteiligung der gesamten Wertschöpfungskette, um die vielfältigen Aufgaben (Fachschulen in Triesdorf und Kempten, Süddeutsche Butter- und Käsebörse, Absatzförderung, Öffentlichkeitsarbeit, Ernährungsinformation) auf der Grundlage eines neuen „Molkereivereins“, des Milchförderungsfonds und einer „Verbindungsklammer“ zu meistern. Dazu ist für alle Beteiligten eine klare Struktur für Aufgaben, Finanzierung und Entscheidungsgremien zu erarbeiten und im gemeinsamen Bereich so wie bisher ein echtes Mitwirkungs- und Mitgestaltungsrecht einzuräumen. Die von den Molkereiverbänden aktuell vorgeschlagene Einbindung der bisher Beteiligten über einen Beirat mit ausschließlicher Beratungsfunktion wird dieser Aufgabenstellung und dieser Verantwortung der Wertschöpfungskette nicht gerecht.

Auch die Politik ist gefordert, an einem solchen Weg konstruktiv mitzuwirken und eine zielgerechte Lösung zu finden, wie sie in der Mitgliederversammlung der Landesvereinigung gemeinsam beschlossen wurde:
„Die Mitgliederversammlung bittet das Landwirtschaftsministerium, die Moderation einer Arbeitsgruppe aus allen Gruppen der Landesvereinigung zu leiten mit dem Ziel, ein Organisations- und Arbeitsmodell auf dauerhaft tragfähiger, freiwilliger Vereinsbasis und mit der Anerkennungsfähigkeit als Landesvereinigung nach dem Milch- und Fettgesetz zu entwickeln.“

Für die Milchbauern ist der Milchförderungsfonds eine sehr wichtige und in Deutschland einmalige Einrichtung. Aufgaben waren bisher der Aufbau des MKS-Hilfsfonds, weit über Versicherungen hinausgehende Hilfen des Solidarfonds bei z. B. BHV1- oder Tbc-Fällen und Botulismus, aber auch ganz überwiegend (ca. 90 % der Mittelverwendung) Marktentlastung, Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung der Beratung von Milchbauern. Kritikpunkten hinsichtlich fehlender Entscheidungsmehrheit der Erzeugerseite im Verwaltungsrat sowie der Finanzierung von BBV-Leistungen und der Exportunterstützung von Molkereien wurde durch Beschlüsse des Verwaltungsrats Anfang diesen Jahres in vollem Umfang Rechnung getragen.

Leider droht der Milchförderungsfonds durch Kündigung einzelner Milcherzeugergemeinschaften und der Verwendung der Zahlung für Ertragsschadenversicherungen untergraben zu werden. Bei dem einzelbetrieblich selbstverständlich zu prüfenden Abschluss einer eventuellen Ertragsschadenversicherung dürfen aber keinesfalls die weit darüber hinausgehenden, bisherigen Leistungen des MFF – wie oben geschildert – und die künftigen Aufgaben für alle Milchbauern gerade in der Öffentlichkeitsarbeit aus den Augen verloren und aufs Spiel gesetzt werden. Gerade die Unterstützung des neu gegründeten und von vielen bayerischen Organisationen der verschiedenen Produktbereiche getragenen Vereins „Unsere Bayerischen Bauern“ für die Image- und Wertschöpfungssteigerung unserer Bauernfamilien ist hier ein zukunftsweisender Ansatz.

Kritisch sehen muss man auch die Zersplitterung der Erzeugerseite gegenüber der Macht des Lebensmitteleinzelhandels, sowohl hinsichtlich der Preisbildung als auch bei Forderungen zu Erzeugungsbedingungen. Der Schulterschluss zwischen Erzeugern und verarbeitenden Molkereien in Form einer Branchenorganisation kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Eine schrittweise Weiterentwicklung vorhandener Strukturen erscheint hier ausdrücklich geboten.

Wir müssen gemeinsam – Erzeuger, Verarbeiter und Politiker – alles tun, um aus der Krise zu lernen, zu handeln und unsere Position zu verbessern. Die Zeit drängt. Verpassen wir keine Chance der Weiterentwicklung und zerstören wir nicht Bewährtes.


Freundliche Grüße

Ihr
Walter Heidl
 

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