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02.05.2013 Pflanzenschutz

Neonicotinoide bald verboten?

Anwendungsverbot führt zu massiven Problemen beim Mais- und Rapsanbau

Beizen und Granulate sind effektiver Pflanzenschutz. Studien und Untersuchungen belegen, dass durch sie bei fachgerechter Anwendung keine Gefahr für Bienen ausgeht. Trotzdem hat die Bundesregierung einem Verbotsantrag der EU-Kommission zugestimmt. Jetzt fehlen Ackerbauern wirksame Möglichkeiten, um Raps und Mais vor Schädlingen zu schützen.
© BBV
Von neonicotinoiden Beizen und Granulaten geht in Deutschland keine Gefahr für Bienen aus. Das belegen zahlreiche Studien und Untersuchungen. „Sie liefern den Beweis, dass keine belastenden Schäden von diesen Pflanzenschutz ausgehen und dokumentieren den sicheren Einsatz dieser effektiven Pflanzenschutzmittel“, sagt BBV-Präsident Walter Heidl. Trotzdem hat die Bundesregierung nun einem Antrag der EU-Kommission zugestimmt und sich für ein Verbot ab 01. Dezember 2013 ausgesprochen. Durch diesen Zeitpunkt ist zumindest gewährleistet, dass vorhandenes Raps-Saatgut in der Herbstsaison noch eingesetzt werden kann und es zu keinen Engpässen kommt. Dann aber sollen die drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam für zwei Jahre nicht mehr im Raps- und Maisanbau angewendet werden dürfen.
 
In den vergangenen Monaten haben BBV-Präsident Walter Heidl und Hermann Greif (Vorsitzender des Landesfachausschusses für pflanzliche Erzeugung und Vermarktung) die zuständigen Bundesminister Ilse Aigner und Peter Altmaier sowie andere politische Entscheidungsträger ständig aufgefordert, die positiven Ergebnisse des Bienen-Monitorings zu beachten. „Dem Rapsanbau darf nicht die einzige insektizide Beizmöglichkeit genommen werden“, forderte Heidl. Doch das Verbot droht jetzt zum Pyrrhussieg für die Imkerei zu werden: Der Winterraps ist eine der wichtigsten Trachtpflanzen für Bienen. „Weil es derzeit keine Alternativen zu den Beizmitteln gibt, steht der Anbau in vielen Regionen vor dem Aus“, so Heidl.
 
Auch in Gesprächen mit dem bayerischen Landwirtschaftsministerium, dem Bundeslandwirtschaftsministerium sowie der EU-Kommission machte der Bauernverband die Notwendigkeit von neonicotinoiden Wirkstoffen für den integrierten Pflanzenbau deutlich. Setzt die Kommission das Verbot nun um, müssen die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und die EU-Kommission dafür Sorge tragen, dass die notwendigen Untersuchungen zum Bienenschutz so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden. „Ich halte die Bedenken der EU-Kommission für unbegründet. Diese Wirkstoffen durften in Deutschland ausschließlich mit Geräten ausgebracht werden, die den Staubabrieb minimieren“, sagt Heidl. „Das hätte Standard für ganz Europa werden müssen. Schließlich liegen für Deutschland bereits Untersuchungen und die Daten des Deutschen Bienen-Monitorings vor, die belegen, dass ein solcher Einsatz dieser Wirkstoffe keine negative Auswirkungen für die Bienen hat.“ Der aktuelle Verbotsantrag basiere ausschließlich auf einer theoretischen Berechnung von Risiken und Labordaten. Solange die neonicotinoiden Wirkstoffe trotzdem nicht angewendet werden dürfen, seien die Hersteller von Pflanzenschutzmittel gefordert: „Wir brauchen dringend wirksame Alternativen zum Schutz von Raps und Mais!“, so Heidl.
 
Viele Landwirte in Bayern, besonders im Bayerischen Wald und im Voralpenland, bauen Mais im Wechsel mit Kleegras an, um die Futtergrundlage für ihre Tiere zu sichern. Doch gerade auf solchen Wechselstandorten treten häufig Probleme mit dem Drahtwurm auf, die sich bislang nur mit neonicotinoidhaltigen Pflanzenschutzmitteln lösen lassen. Begleitend wurde auch in Bayern ein Bienen-Monitoring durchgeführt. Hierbei wurden keine belastenden Schäden registriert. Doch die Anwendung dieser Wirkstoffe als Notfallmaßnahme wäre in Zukunft nicht mehr möglich. In Deutschland galten für den Einsatz von Granulaten im Mais bestand in Deutschland keine Zulassung, sondern es gab lediglich die Möglichkeit für zeitlich befristete Ausnahmegenehmigungen unter strengen Auflagen zur Ausbringtechnik. „Die hohen Auflagen bei der Anwendung fanden bei der Diskussion in Brüssel keine Beachtung“, kritisiert Heidl.

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