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18.09.2015 Wald

Holzbedarf bis Jahresende sehr unterschiedlich

Austausch zur Holzmarktsituation in Herrsching

Bei den traditionellen Gesprächen des Landesausschusses der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) mit Vertretern des Bayerischen Waldbesitzerverbandes und des Verbandes der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie Bayern/Thüringen (VHK) in Herrsching wurde deutlich, dass der Bedarf an frischen Nadelhölzern individuell sehr unterschiedlich ist. Es herrscht eine sehr differenzierte Marktsituation, je nach Region, zu verarbeitendem Sortiment und Betriebsgröße. Buche und vor allem Eiche sind gesucht.
Beim Holz herrscht heuer eine sehr differenzierte Marktsituation.
© BBV - Johann Koch
Einleitend weist Bernhard Weiler, Waldpräsident des Bayerischen Bauernverbandes, darauf hin, dass der Einschlag im Privatwald im Jahr 2014 um rund 800.000 fm gestiegen ist. Weiler sieht dies als Beleg, dass die Forstzusammenschlüsse ihre Waldbesitzer zum Einschlag motivieren konnten und damit dem Wunsch der Säger nach einer Steigerung des Holzangebots nachkamen. Obwohl Orkan Niklas einen Holzanfall von nur rund 10 % des Jahreseinschlags verursachte, führte dies dann ausgangs des Winters bei bereits weitgehend gefüllten Holzlagern der Säge- und Holzindustrie zu einem regional deutlichen Rückgang der Preise für Fichte.

Der Holzmarkt ist derzeit insbesondere in den Schadensgebieten noch von den Auswirkungen des Orkans Niklas und in den letzten Wochen regional durch das Käferholzaufkommen geprägt. Das Preisniveau im Sommer hat dazu geführt, dass die Waldbesitzer vielerorts ihre Holzeinschläge bis auf weiteres zurückgestellt haben. Die Aufarbeitung des durch Orkan Niklas angefallenen Holzes ist nun weitgehend abgeschlossen.

Peter Fickler, Präsident des VHK, stellte die Marktsituation aus Sägersicht dar und appellierte an die Forstzusammenschlüsse, in jedem Fall den gewünschten Frischholzbedarf bereit zu stellen. Der Bedarf an frischen Fichten-Standardlängen ist bemessen und kann nach Aussage der anwesenden Großsäger voraussichtlich über die im Rahmen der jetzt laufenden Aufarbeitung des Borkenkäferholzes mit gedeckt werden. Der Bedarf an frischem Langholz für die kleinen und mittleren Bauholzsäger gestaltet sich hingegen individuell sehr unterschiedlich.

Der differenzierte Holzbedarf der Sägewerke erschwert erheblich die Vermarktungsplanung der Forstzusammenschlüsse, so dass eine gesicherte und bedarfsgerechte Bereitstellung von Frischholz nur im Rahmen von konkreten Anfragen der Säger möglich erscheint. Dazu müssten diese jedoch jetzt ihren Holzbedarf melden. Um diese Nachfrage dann gezielt bedienen zu können, appellieren die Vertreter der Forstzusammenschlüsse an die Waldbesitzer, vor einem Holzeinschlag Rücksprache mit ihrer Forstbetriebsgemeinschaft zu nehmen. Die Versorgung der Säger mit frischem Nadelrundholz sei laut der Waldbesitzervertreter dabei differenziert vom Kalamitätsholzmarkt zu bewerten und nur zu Konditionen und Preisen möglich, die nicht mehr kalamitätsgetrieben sind. Eine Neubewertung des Holzbedarfs zum Jahreswechsel erscheint zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll, zumal die anhaltend rege Baukonjunktur in Deutschland einen mindestens gleichbleibenden Holzbedarf erwarten lässt. Die Kommunikation zwischen Waldbesitz und Sägern vor Ort müsse dauerhaft intensiviert werden, um stets eine möglichst marktangepasste Holzbereitstellung gewährleisten zu können.

Neben dem aktuellen Holzmarktgeschehen wurden weitere holzmarkt- und forstpolitische Themen besprochen. So kündigten die Gesprächspartner an, die Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel (RVR) Schritt für Schritt in die Praxis umzusetzen. Im vergangenen Jahr haben bereits zahlreiche Vertreter der Waldbesitzer und Säger im Rahmen von Schulungen an speziell vorbereiteten Holzlagerplätzen mit den verschiedenen Baumarten ihr Auge geschult. Die sich möglicherweise in der Praxis ergebenden Veränderungen in der Sortimentszusammensetzung können dann nach Auffassung der Gesprächsteilnehmer entsprechend eingepreist werden.

Orkan Niklas und der diesjährige trocken-heiße Sommer seien laut Waldpräsident Weiler weitere Belege, dass die Waldbesitzer dem Klimawandel und dem Aufbau stabiler Wälder ein besonderes Augenmerk widmen müssten. Die Vertreter der Waldbesitzer erachten die Risikoverteilung auf mehrere Baumarten als unverzichtbar, eine Beimischung zur Stabilisierung der Brotbaumarten, insbesondere der Fichte, sei auf den waldbaulich schwierigen Standorten sinnvoll. Die Waldbesitzer hätten jedoch darauf zu achten, dass auch mit der neuen Baumartenmischung die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit ihrer Wälder erhalten bleibt. Deshalb müssen die Waldbesitzer weiterhin die waldbauliche Entscheidungsfreiheit haben, die wesentlich trockenheitstolerantere Douglasie oder fremdländische Baumarten wie die Küstentanne oder Roteiche anzupflanzen. Die Vertreter der Säger begrüßten diese Auffassung, da schließlich mehr als 90% des Holzumsatzes mit Nadelhölzern gemacht würden und die Holzwirtschaft in Bayern auch in Zukunft existenziell auf die Versorgung mit ausreichend Nadelholz angewiesen sei. Darüber hinaus sind weitere innovative Verwendungsmöglichkeiten für die Laubhölzer zu finden.

Nach Auffassung der Gesprächsteilnehmer ist am Grundsatz „Schützen durch Nutzen“, wie im Waldpakt 2020 zwischen der bayerischen Staatsregierung und den Vertretern des Privatwaldes vereinbart, uneingeschränkt festzuhalten. Wenn die Politik den Steigerwald in der bestehenden Form erhalten wolle, müsse sie nur auf das verantwortungsvolle Wirtschaften der Waldbesitzer setzen. Dass nachhaltige Forstwirtschaft tagtäglich von den Waldbesitzern gelebt werde, zeigen eindrucksvoll die Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2012. In der aktuellen Diskussion zum Steigerwald unterstützen die Vertreter der Waldbesitzer und Säger den Vorschlag, ein Weltkulturerbe auszuweisen.

Nicht zuletzt lobten die Vertreter der Waldbesitzer und Säger die Clusterpolitik des Freistaates Bayern und das daraus entstandene Aktionsbündnis proHolz Bayern. Denn die kontinuierliche und dauerhafte Erhöhung der Wertschöpfung durch eine flächendeckende Waldbewirtschaftung und eine verstärkte Holzverwendung, insbesondere im Holzbau, ist die beste Voraussetzung für eine vitale und zukunftsfähige Branche. Die vielen Vorteile der Holzverwendung für den Klimaschutz müssen konsequent in die Öffentlichkeit und in die Politik getragen werden. Mit Holz kann auch schnell und flexibel gebaut werden, so dass Holz z. B. auch beim Bau von Flüchtlingsunterkünften verstärkt zum Einsatz kommen sollte.

 

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