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13.10.2011
Gemeinsame Agrarpolitik
EU-Kommission zur GAP bis 2020
BBV sieht Planungen kritisch
Die EU-Kommission hat am 12. Oktober 2011 ihre Vorschläge zur EU-Agrarpolitik von 2014 bis 2020 vorgestellt – auf über 500 Seiten. Der Bayerische Bauernverband befürwortet die Ziele der Vorschläge wie Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit, die mit der vorgestellten Ausgestaltung und den geplanten Instrumente jedoch nicht erreicht werden.
Somit stehen bis zur Entscheidung, die wohl im März 2013 fallen wird,
sehr schwierige und harte Beratungen mit den EU-Agrarministern und dem
Europaparlament an. Hier muss aus Sicht der bayerischen Bauern noch einmal
deutlich nachgebessert werden.
Eine
starke Landwirtschaft, die hochwertige Lebensmittel für die 500 Millionen
Verbraucher in der EU erzeugt und die ländlichen Räume belebt, braucht eine
starke EU-Agrarpolitik. Die Bauern erhalten schließlich auch die lebenswerte
Heimat, bewirtschaften das Land nachhaltig, sichern die Ernährung und schonen
die natürlichen Ressourcen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die
Gesellschaft. Für die hohen EU-Standards beim Tier- und Umweltschutz und der
Sicherheit der Lebensmittelerhalten die Bauern pro Jahr und Quadratmeter gerade
einmal drei Cent als Ausgleich.
Enttäuscht ist der Bauernverband, dass
EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos bei seinen Vorschlägen die bisherigen
Leistungen der Bauern nicht anerkennt. Allein die bayerischen Bauern erbringen
freiwillig auf jedem dritten Hektar besondere Umweltleistungen, die der Staat
honoriert. Genau diese Regelung würden Ciolos Vorschläge jedoch aushebeln.
Insgesamt müssten die bayerischen Bauern also höhere Anforderungen erfüllen und
bekämen im Gegenzug weniger EU-Gelder.
Die
bayerischen Bauernfamilien erwarten deshalb, dass
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, Bayerns Landwirtschaftsminister
Helmut Brunner und die 15 bayerischen Europaabgeordneten in den nächsten
Monaten Korrekturen durchsetzen. Ohne eine ausreichende Unterstützung von land-
und forstwirtschaftlichen Familienbetrieben durch die EU drohe gerade im
ländlichen Raum ein erheblicher Verlust an Arbeitsplätzen und Wirtschaftskraft.
Das Agribusiness beschäftigt in Bayern derzeit über 700.000 Arbeitskräfte und
erwirtschaftet rund 100 Milliarden Jahresumsatz.
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