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19.09.2011
Position
Erklärung des BBV-Präsidiums zur
Erklärung des BBV-Präsidiums zur
aktuell sehr schwierigen Situation in der Schweinehaltung
Zukunftsperspektive für heimische Erzeugung von Schweinefleisch sichern
Im Schraubstock zwischen hohen Kosten für Betriebsmittel, unter anderem für Futter und Energie,
und im Vergleich dazu nach wie vor deutlich zu niedrigen Schweinepreisen droht vielen Schweinehaltern,
insbesondere Ferkelerzeugern, die Luft auszugehen. Unter diesen Marktbedingungen ist es
weder möglich, kostendeckend zu wirtschaften noch Zukunftsinvestitionen zu planen.
Der Bayerische Bauernverband hat sich für konkrete Maßnahmen eingesetzt, die Betriebe bei der
Sicherung ihrer Liquidität zu unterstützen. Erfolgreich auf den Weg gebracht hat er, dass Sauenhalter
das Programm der Landwirtschaftlichen Rentenbank zur Liquiditätssicherung in Anspruch nehmen
können. Darüber hinaus bekräftigt das Präsidium die Forderungen nach steuerlichen Erleichterungen
und einer vorgezogenen Auszahlung der Betriebsprämie zum 1.12.2011 sowie der vom
Deutschen Bauernverband vorgetragenen, bisher aber abgelehnten Forderung nach einer Härtefallregelung
für über 60-jährige Ferkelerzeuger für die Umsetzung der ab 1.1.2013 geltenden Gruppenhaltung
für Sauen.
Liquidität ist aber nur ein Baustein, diese schwierige Situation zu überwinden. Aus Sicht des BBVPräsidiums sind darüber hinaus sowohl die Akteure der Wertschöpfungskette Schweinefleisch als auch die Verbraucher und die politisch Verantwortlichen gefordert:
Liquidität ist aber nur ein Baustein, diese schwierige Situation zu überwinden. Aus Sicht des BBVPräsidiums sind darüber hinaus sowohl die Akteure der Wertschöpfungskette Schweinefleisch als auch die Verbraucher und die politisch Verantwortlichen gefordert:
- Die Akteure der Wertschöpfungskette Schweinefleisch
Entlang der Kette, insbesondere auf der Ebene der Schlachtunternehmen und des Lebensmitteleinzelhandels, gilt es, Wertschöpfungspotentiale zu suchen und zu nutzen. Völlig inakzeptabel und im höchsten Maße kritikwürdig ist hingegen die so genannte „Hauspreispolitik“ großer Schlachtunternehmen, die reale Marktpreise unterläuft und dringend nötige Erzeugerpreissteigerungen unterbindet. Und auch der Lebensmitteleinzelhandel trägt Verantwortung, Fleischerzeugnisse nicht zu verramschen. Aber auch an die Schweinemäster ergeht ein Appell, gewachsene, vertrauensvolle Beziehungen zu Ferkelerzeugern nicht für einen kurzfristigen Preisvorteil aufs Spiel zu setzen. Nur im fairen Miteinander gibt es eine tragfähige Perspektive für die gesamte Branche. Das Präsidium fordert, die Erzeuger- und Vermarktungsorganisationen auf, der Verantwortung für bayerische Ferkelerzeuger und Schweinemäster von der Züchtung bis zur Vermarktung gerecht zu werden. - Die Verbraucher
Auch die Verbraucher haben sowohl die Verantwortung als auch die Möglichkeiten, mit ihrem Einkaufsverhalten Akzente zu setzen. Eine Möglichkeit, heimische Erzeugung zu erkennen, bietet das Herkunfts- und Qualitätssicherungsprogramm „ Geprüfte Qualität Bayern“. Bislang werden 28 verschiedene Produktbereiche unter diesem Siegel angeboten. Aktuell ist geplant, diese Produktpalette noch in diesem Jahr auch um Schweinefleisch zu erweitern. - Tierschutz in der Nutztierhaltung
Neben der prekären Marktlage tragen sowohl die bevorstehenden gesetzlichen Vorgaben zur Gruppenhaltung für tragende Sauen, die ab 1.1.2013 EU-weit verpflichtend gelten, als auch aktuelle Diskussionen um weitere Vorgaben zum Tierschutz in der Schweinehaltung zur Verunsicherung der Schweinehalter bei. Verantwortungsvoller Umgang mit Tieren ist fester Bestandteil bäuerlichen Denkens und Arbeitens. Die Medien sind gefordert, dies zu würdigen. Die Politik ist gefordert, Entscheidungen mit Augenmaß und mehr Kalkulierbarkeit für die Tierhalter zu treffen. Die Bauernfamilien vermissen in vielen politischen wie öffentlichen Diskussionen jedoch eine sachliche, ernst gemeinte Suche nach praktikablen Weiterentwicklungen sowie die Ehrlichkeit, die Konsequenzen in einem freien europäischen Binnenmarkt und dem damit verbundenen Wettbewerb mit einzubeziehen. Und nicht zuletzt gilt es zu berücksichtigen, dass gerade in der aktuellen Preislage den Betrieben die finanzielle Basis für weitere Investitionen fehlt.
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