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04.11.2015 Erzeugung und Markt

Erhebliche Flurschäden durch Mäuse

Landwirte benötigen Lösungen für FFH- und SPA-Gebiete

Nach dem Sommer wimmelt es in vielen Teilen des Landes auf den Äckern nur so vor Mäusen. Dort haben sich die kleinen Nager in den vergangenen Monaten so üppig gepaart, dass der Boden mancherorts durchlöchert ist.
Feldmäuse richten viel Schaden auf den Feldern an.
© alho007 / Fotolia.com
„Mäuse lieben es warm und trocken. Der milde Winter und der folgende trockene Sommer haben den Mäusen sehr gut getan, sie haben sich sehr stark vermehrt“, sagt Anton Huber, Getreidereferent beim Bayerischen Bauernverband. Auf den Feldern sei es sehr schwierig, Mäuse zu bekämpfen, da die Giftköder in jedes Mäuseloch per Hand eingebracht werden müssen. Zwar gebe es eine Notfallzulassung zur breitflächigen Ausbringung von Mäusegift, die Beantragung ist aber kompliziert und wird kaum genehmigt. „Alternativ bleibt noch eine intensive Bodenbearbeitung, bei der Mäuse mechanisch getötet werden. Werden die Mäuse nicht richtig bekämpft, richten sie großen Fraß-Schaden vor allem in Getreide an“, betont Huber. 

Itzgrund stark betroffen

In Bayern ist der Itzgrund besonders stark betroffen. Die betroffenen Flächen erstrecken sich auf insgesamt vier Landkreise (Coburg, Haßberge, Lichtenfels und Bamberg), insbesondere Wiesen sind betroffen.

Bis zu 2000 Mäuse pro Hektar werden dort auf den Feldern gezählt. Allerdings wurde eine flächendeckende Bekämpfung der Mäusepopulationen nicht genehmigt. Grund: die Flächen liegen in einem FFH-Gebiet und gleichzeitig in einem SPA-Gebiet.

Diese rigorose Verbotshaltung stellt für die Betriebe im Itzgrund eine existenzielle Bedrohung dar. Den vorhandenen Milchviehbetrieben wird die Futtergrundlage entzogen. Für das nächste Jahr ist bei einem weiter aufrecht erhaltenen Bekämpfungsverbot mit einer Zuspitzung der Situation zu rechnen.

Der BBV und die Interessengemeinschaft Itz-Rodach- und Baunachgrund fordern hier verbindliche und praxisgerechte Lösungen von der Politik und den zuständigen Behörden, die neben der Bekämpfung des Mäusestarkbefalls auch die Wiederherstellung der Vegetation und die Sicherung der Futtergrundlage für die nächsten Jahre beinhalten.

Eine Feldmaus ist bereits mit zwei bis vier Wochen geschlechtsreif. Nach drei Wochen Tragezeit gibt es den ersten Nachwuchs. So schafft es ein Feldmauspaar auf 200 Nachkommen im Jahr.

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