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22.10.2014 Pressemitteilung von Bildungsministerium und BBV

„Alltagskompetenzen und Lebensökonomie“ werden verpflichtender Unterrichtsgegenstand

Pädagogische Arbeitshilfe vorgestellt – wichtige Anregung der Landfrauen

"Alltagskompetenzen und Lebensökonomie" halten in den Unterricht an bayerischen Schulen Einzug.
© Christian Schwier / fotolia.com
„Wir bauen ,Alltagskompetenzen und Lebensökonomie‘ als verpflichtenden fächerübergreifenden Unterrichtsgegenstand zielgerichtet aus“, dies betonte Kultusminister Spaenle heute in München. Schwerpunkte sind dabei Ernährungs- und Gesundheitsbildung, Verbraucher- und Konsumbildung sowie nachhaltige Lebensführung. Dazu hat das Bildungsministerium eine pädagogische Konzeption erarbeiten lassen, die den Lehrkräften u.a. in Form einer Arbeitshilfe zur Verfügung gestellt wird.

Landesbäuerin Anneliese Göller sagte: „Jede Unterstützung für Lehrkräfte ist ein wichtiger Schritt, damit Alltagskompetenzen und Lebensökonomie gut im Unterricht umgesetzt werden können. Deshalb haben wir unsere Anregungen gerne in die Erstellung der Arbeitshilfe eingebracht. Uns Landfrauen liegen dabei die Vermittlung der Herkunft unserer Lebensmittel und die praktische Ernährungsbildung besonders am Herzen. Hier können die Schulen auf uns Landfrauen als externe Partner zählen.“

„Wir setzen mit der pädagogischen Konzeption, mit der Einbindung der Inhalte in die Lehrpläne und mit der Arbeitshilfe für Lehrkräfte einen Antrag der Regierungsfraktion von 2013 um. In meinem Auftrag hat das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) dazu ein pädagogisches Gesamtkonzept erstellt und die Inhalte des verpflichtenden Unterrichtsgegenstands auch im Lehrplaninformationssystem zunächst für den LehrplanPlus Grundschule verankert“, so Minister Spaenle. Die Lehrpläne für die weiterführenden allgemein bildenden Schularten werden gegenwärtig erarbeitet, auch hier werden „Alltagskompetenzen und Lebensökonomie“ verankert.
 
Den Autoren der Arbeitshilfe war es ein besonderes Anliegen, erprobte Praxisbeispiele einzubinden. Dazu gehören z.B. das „Kleine Einmaleins des Haushalts“, „Brot wächst nicht im Supermarkt“, „Schulfirma zum fairen Handel“.

Zu den zentralen Themen der pädagogischen Konzeption gehören auch Antworten auf die Fragen „Wie gehe ich mit Geld um? Welches Produkt und welche Dienstleistung sind ihren Preis wert? Was kann ich mir leisten? Wie ernähre ich mich gesund?“ Diese und viele andere Fragen sind im Alltag der jungen Menschen von zentraler Bedeutung. Bei der Vermittlung der Kompetenzen sollen Schulen auch künftig eng mit externen Partnern zusammenarbeiten. Der Ganztag bietet hier besondere Möglichkeiten.
Der Minister machte aber deutlich, dass bei der Vermittlung von Alltagskompetenzen und Lebensökonomie die Eltern und Familien eine hohe Verantwortung haben, und ergänzt. „Die Schule kann und muss aber subsidiär das nötige Wissen und die notwendigen Kompetenzen vermitteln, zumal wenn deutlich wird, dass viele Familien diese Aufgabe nur bedingt wahrnehmen.“
 
Um die Ergebnisse, die in der Arbeitshilfe veröffentlicht wurden, rasch in die Schulen zu bringen, bietet das Bildungsministerium noch in diesem Schuljahr erste Fortbildungen für Lehrkräfte an. Ein Fachbeirat begleitet die Implementierung der Bildungsinhalte in den Lehrplänen.

Ausdrücklich dankte Bildungsminister Spaenle Landesbäuerin Anneliese Göller und ihrem Verband, „dass Sie unseren Blick für spezielle Aspekte des gesellschaftlichen Wandels und die daraus erwachsenden Herausforderungen geschärft haben“.
 
(Gemeinsame Pressemitteilung des Bayerischen Bildungs- und Wissenschaftsministeriums  und des Bayerischen Bauernverbandes vom 22.Oktober 2014)
 
 

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